"Lass dich verzaubern in Ebern. Beim Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln schlenderst du zu weihnachtlicher Musik durch enge Gassen, gesäumt von den unterschiedlichsten Ständen mit Weihnachtsaccessoires", war in der Einladung zum Eberner Weihnachtsmarkt zu lesen. Diesem Ruf in die Stadt waren am 1. Advent viele gefolgt. Schon kurz nach Eröffnung des Weihnachtsmarktes durch Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und den Vorsitzenden der Tourismus-Werbegemeinschaft, Günter Dietz, war der Marktplatz gut "bevölkert", was in den späten Nachmittagsstunden noch zugenommen hat.

"Die ganze Innenstadt von Ebern ist festlich geschmückt und hat sich herausgeputzt, um für den Weihnachtsmarkt den richtigen Rahmen zu bieten", sagte Dietz.
Er legte den Besuchern einen Besuch der Krippenausstellung in der Raiffeisen-Volksbank "ans Herz". Auf den schon gut gefüllten Marktplatz eingehend sagte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft: : "Das hier ist die reale Welt, mit Genüssen und Düften. So etwas kann uns kein Internetmarktplatz ersetzen".

Denken an Asylbewerber

Bürgermeister Hennemann erinnerte daran, dass mit Weihnachten das "Fest der Liebe" vor der Tür stehe. Hier gelte es an ältere, kranke und alleinstehende Menschen zu denken und genauso an Asylbewerber, die in Ebern Zuflucht fanden. Die Stadt veranstalte mit dem Roten Kreuz eine Seniorenweihnachtsfeier am Sonntag, 7. Dezember. Er selbst werde, so es ihm möglich ist, Weihnachtsfeiern besuchen. "Da komme ich nicht alleine, sondern werde immer jeweils zwei Asylbewerber oder eine Familie mitbringen", kündigte das Stadtoberhaupt an. So könne Kontakt zwischen Vereinen und den Asylbewerbern geknüpft werden, was bei Vereinen auf große Zustimmung gestoßen sei.

"Wunschbaum"

Der Bürgermeister verwies auf den "Wunschbaum" des Jugendamtes am Ämtergebäudes. Um bedürftigen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern habe das Kreisjugendamt die Aktion gestartet. "Es geht ganz einfach", sagte Hennemann. Alle Bürger oder Firmen könnten sich bis zum 16. Dezember einen Wunsch vom Baum pflücken, das dort genannte Geschenk kaufen und es in den Bürgerbüros bei Behörden oder beim Familienbüro des Kreisjugendamtes abgeben. "Empfänger der Geschenke sind Kinder aus sozial schwachen Familien oder Kinder von Asylbewerbern, denen man damit eine große Freude machen kann."

Aus dem Frankenwald

Der Nikolaus war mit dem Bürgermeister und dem TWG-Vorsitzenden gekommen. Der "Heilige Mann" kam aus dem Frankenwald, aus der Flößerstadt Wallenfels. Martin Simon heißt er und hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Ebern.
Der "Frankenwald-Nikolaus" schlenderte durch die Massen um hie und da Kinder mit kleinen Geschenken zu erfreuen.
Filigrane Arbeiten konnten im Saal der Raiffeisen-Volksbank bewundert werden. Elf Krippenaussteller zeigten dort 24 verschiedene Krippen. Wie hierzu Armin Dominka und Erich Wolfert als Organisatoren d er Schau erläuterten, hat jede Krippe ihre eigene Geschichte. Gefilzte, gefaltete und Wurzelkrippen, um nur einige zu nennen, konnten dort bewundert und auch käuflich erworben werden. Außerdem waren viele kleine Kunstwerke aus Holz von Armin Dominka zu sehen, der früher als Fachlehrer an der Hauptschule in Ebern gewirkt hat. Um die "Liebe zum Detail" zu erkennen, musste man schon genauer hinschauen, wobei die großen Fertigkeiten der Krippenbauer deutlich wurden.
Bei angenehmen Temperaturen schlenderten viele Besucher durch die Budenstraßen, umgeben vom Duft gebrannter Mandeln, wärmenden Glühweins Plätzchen und vieler anderer Leckereien, um sich die angebotenen Waren anzusehen und auch hie und da etwas zu kaufen.

Weihnachtliche Weisen

Dicht umringt waren kleine Musiker, die in Höhe der Braugasse unter Leitung von Christian Reder, Dirigent des Blasorchesters Ebern, weihnachtliche Weisen spielten. Reder ist Leiter der Ausbildungsstätte "Luftgeflüster" und hat mit seinen jungen Künstlern die Besucher des Marktes begeistert. Musikalisch tätig waren am Nachmittag auch auf der Bühne am Marktplatz das Blasorchester Ebern und die Jugendblaskapelle Ebern.
So richtig kam die Weihnachtsstimmung mit Einbruch der Dunkelheit auf, als Lichter, Musik und anregende Düfte ein weihnachtliches Ambiente zwischen Grauturm und Rittergasse verbreiteten.