Dass der Dialekt gleich ist und die Ziele der Jungen Union beiderseits der Landesgrenze übereinstimmen, konnte man am Sonntag deutlich beim ersten Grenztreffen der Jungen Union (JU) Hildburghausen und Haßberge/Rhön-Grabfeld erfahren.

Den Kolonnenweg entlang

Über 60 Teilnehmer fanden sich an der Grenzgedenkstätte bei Zimmerau ein, um sich von Kreisheimatpfleger (Rhön-Grabfeld) und dem ehemaligen Grenzpolizisten Reinhold Albert über die ehemalige Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik informieren zu lassen. Nach einer kurzen Grenzwanderung auf dem Kolonnenweg, den früher die Grenzposten der Volksarmee in der DDR nutzten, traf man sich im Gasthaus Bayersdorfer in Rieth, um bei einem Bürgerstammtisch die Vergangenheit aufleben zu lassen.
Christopher Other, seit 2012 JU-Kreisvorsitzender, erklärte, dass es bei der Amtsübernahme sein erklärtes Ziel gewesen sei, Verbindung zu den Nachbarlandkreisen aufzunehmen, um an das spezielle Ereignis 1989 zu erinnern. Der Höhepunkt sei der glückliche Moment der Grenzöffnung gewesen. Ziel solle es sein, jungen Leuten die schwierige Situation transparent zu machen, die für die Menschen in der Region durch die Teilung entstanden war und wie schikanös das Leben in der DDR war.

Fabian Weber aus Ebern stellte die Gemeinsamkeiten beider JU-Kreisverbände heraus und versprach, man werde auch weiterhin zusammenstehen. Die Diskussion, in der Feststellungen, Beschwerden und Zukunftsaussichten anklangen, betrafen ausnahmslos die Wende 1989 und deren Folgen.

Mark Hauptmann, Bundestagskandidat (Thüringen) forderte, die Erinnerung daran hochzuhalten, was in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg geschah und was im Bau der Berliner Mauer und der Grenzbefestigungen gipfelte. Bereits heute wisse die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr, was damals geschah und wie es zur Einteilung Deutschlands durch die damaligen Besatzungsmächte in Sektoren kam. Thomas Müller, Landrat im Kreis Hildburghausen, zeigte sich mehr als zufrieden, dass 24 Jahre, nachdem die Grenze fiel, auch die Grenze zwischen den Menschen nicht mehr vorhanden sei. Bis zur Wende hätten viele Menschen in der DDR gar nicht gewusst, dass es ein Sperrgebiet gab. Heute sei die Situation gar nicht mehr vorstellbar, deshalb müsse man aufpassen, dass solch ein Situation nicht noch einmal entsteht.

Landrat Thomas Habermann aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld forderte, solche Veranstaltungen wie am Sonntag zwischen Hildburghausen, Haßberge und Rhön-Grabfeld jährlich zu wiederholen, weil man hierbei den Kindern erklären könne, wies es früher war und wo ihre Wurzeln liegen. Habermann, ist Mitbegründer der CDU Thüringen und war von 1991 bis 1993 Richter in Meiningen. "Persönlich und beruflich interessante Jahre", wie er meinte. Klaus Brodführer aus Schleusingen (Thüringen) bezeichnete die DDR als "Staatsgefängnis", aus dem es kein Entrinnen gegeben habe. Die Enteignungen und der Schießbefehl an der Grenze seien für ihn nicht entschuldbar. Landtagskandidat Steffen Vogel sprach sich sorgenvoll über die Politikverdrossenheit der Jugend aus. Er verteidigte die Geldausgaben für den ehemaligen Osten. "Frieden und Freiheit," betonte er, "sind nicht mit Geld aufzuwiegen und stellen keine Selbstverständlichkeit dar." Er forderte mehr Aufklärung über das Geschehen vor über 20 Jahren, denn die Jugend würde es nur noch aus Schulbüchern kennen.

Beharrlich geblieben

Bürgermeister Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach erinnerte daran, dass die JU Haßberge jährlich am "Tag der Deutschen Einheit, am 17. Juni, bei Dürrenried-Käßlitz Fackelzüge organisierte und gegen die deutsche Teilung demonstrierte, obwohl schon mancher nicht mehr an eine Wiedervereinigung glaubte. Er ging auf das große Wiedervereinigungsfest 2010 in Maroldsweisach ein und forderte, dass solche Treffen wie am Sonntag keine Eintagsfliegen bleiben sollten.