Es waren lange Listen mit Zahlen und Kennungen, Abkürzungen und Farben. Kein Wunder, schließlich hat der Ingenieur Peter Gründler die Daten über einen Zeitraum von gut fünf Jahren zusammengetragen. Da kommt einiges zusammen.

Der Fachmann hatte sich 2009 an die Arbeit gemacht und einen Auftrag des damaligen Stadtrates abgearbeitet. Der Stadtrat wollte sich ein Bild verschaffen über den energetischen und bauphysikalischen Zustand seiner Gebäude. Das Gremium wollte erfahren, wo Sanierungsbedarf besteht und an welchen Gebäuden Sanierungen sinnvoll und machbar sind.

Zahlreiche Informationen

Der Ingenieur sammelte eine Unmenge an Informationen, die er am Montagabend dem Stadtrat im Rathaus vorstellte. Mehrere Ordner wurden gefüllt. Bürgermeister Günther Werner (Wählergemeinschaft Haßfurt) bewertet die Arbeit des Experten als eine wichtige Grundlage, um zukünftig Entscheidungen treffen zu können.

In seine Untersuchungen hat Gründler 67 Immobilien einbezogen. In einer ersten Stufe wurden Gebäude aus der Bewertung genommen, die zum Beispiel für eine energetische Sanierung ohnehin nicht infrage kommen, etwa Gebäude, die gar nicht beheizt werden. Oder Häuser, die baufällig sind und bei denen sich eine Sanierung nicht rentiert.

Neun Gebäude blieben übrig

Übrig blieben schließlich neun Gebäude, die der Experte näher unter die Lupe nahm. Dazu gehören das Postgebäude mitten in der Stadt, die Ballettschule "On Point", die Wässernachhalle in Wülflingen und der alte städtische Kindergarten, der inzwischen durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt worden ist. Der größte Handlungsbedarf scheint beim Postgebäude zu bestehen. Da wäre eine energetische Sanierung nötig.

Konkrete Handlungsempfehlungen gab Peter Gründler allerdings nicht. "Wir müssen über das eine oder andere Projekt noch sprechen", kündigte Bürgermeister Werner an. Damit solle sich der städtische Bauausschuss beschäftigen, sagte er.

Die Stadt hat jetzt auf jeden Fall das erforderliche Wissen über ihre eigenen Immobilien. "Wir haben Schwachstellen festgestellt. Es sind gar nicht so viele", freute sich Stadtbaumeister Wolfgang Braun über das erste Ergebnis der Untersuchungen.

Weitere Punkte im Stadtrat

Bei vier Gegenstimmen billigte der Haßfurter Stadtrat die Ansiedlung der Firma "bikesales24" im Gewerbegebiet Ost. 2000 Quadratmeter möchte das Unternehmen in der Nähe der Robert-Bosch-Straße haben. Schwerpunkt des Geschäfts ist der Online-Handel mit Fahrrädern, wie der Stadtrat erfuhr. Die Gegner des Vorhabens führten vor allem an, dass das große Gewerbegrundstück mit dieser Ansiedlung zerschnitten werde und dass neuer Konkurrenzdruck für die Firmen in der Innenstadt entstehe. Die Mehrheit des Stadtrates teilte diese Befürchtungen nicht. Die Stadt sei nicht dazu da, um vor Konkurrenz zu schützen, hieß es. "Wir möchten, dass unser Gewerbegebiet weiter besiedelt wird", unterstrich Bürgermeister Günther Werner.

Auf ein drängendes Problem machte Zweiter Bürgermeister Michael Schlegelmilch (CSU) den Stadtrat aufmerksam. Der Unternehmer wies darauf hin, dass sich mit weiteren Ansiedlungen im Gewerbegbiet Ost der Verkehr auf der B 26 verstärken werde. Staus seien zu befürchten. Er forderte, dass die geplante Entlastungsstraße, die zur Prappacher Straße führt, bald gebaut wird. Das soll geschehen. Die Planung liegt vor. Der Förderantrag muss noch vorgelegt werden. Problem ist laut Bürgermeister der Grundstückskauf.

Einstimmig bestätigt hat der Stadtrat die neugewählten Kommandanten der Feuerwehren in Haßfurt und Wülflingen. Das sind in Haßfurt Martin Volpert (Erster Kommandant) und Thomas Kainz. In Wülflingen wurden Florian Rüth (Erster Kommandant) und Timo Fuchsberger ins Amt berufen.