Weil ihn seine Freundin nach eigener Aussage "verarscht" hatte, sann ein 23-Jähriger aus dem Steigerwald im Februar vergangenen Jahres auf Rache. Er schickte Nacktaufnahmen von ihr per Handy an mehrere Personen und betitelte sie zudem als "Schlampe". Dies ließ sich die Frau nicht gefallen. Sie erstattete Anzeige mit der Folge, dass der arbeitslose Freund einen Strafbefehl über 2400 Euro (60 Tagessätze zu je 40 Euro) erhielt, gegen den er Einspruch einlegte.

Wegen des Einspruchs kam es am Amtsgericht in Haßfurt zur Verhandlung. Der 23-Jährige musste sich wegen Nötigung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und Beleidigung verantworten. Die Geldstrafe bleibt, wurde allerdings reduziert.

Arbeitsloser legt Einspruch ein

Richterin Kerstin Leitsch wies den Angeklagten nach Verlesung der Anklageschrift darauf hin, dass er bei der polizeilichen Vernehmung seinen Fehltritt bereits eingeräumt habe. "Warum müssen wir heute noch im Dreck wühlen? Was ist das Ziel ihres Einspruchs?", fragte sie den Arbeitslosen. Der schob dem ermittelnden Polizeibeamten den schwarzen Peter zu. Der Beamte habe es nicht verstehen können, wie es sich anfühlt, "verarscht" zu werden. Seine damalige Freundin habe ebenfalls Nacktbilder von ihm im Internet verbreitet. Er sei daraufhin gemobbt worden und habe hämische Kommentare über sich lesen müssen.

Dies rechtfertige jedoch nicht die Tat, belehrte die Richterin den Angeklagten. Er habe ebenfalls die Möglichkeit, seine Freundin anzuzeigen. Allerdings betrage die Strafantragsfrist im Falle einer Beleidigung drei Monate und sei somit seit langem abgelaufen. Die Richterin empfahl dem Angeklagten daher, den Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Rechtsfolgen, die Tagessatzhöhe, zu beschränken, was der Angeklagte dann auch tat. Da er derzeit nach eigener Aussage ohne Einkommen ist und von den Eltern unterstützt wird, minderte das Gericht die Tagessatzhöhe auf zehn Euro, so dass der Angeklagte nur noch 600 Euro berappen muss.

Abschließend entschuldigte er seinen Fehltritt mit einem damaligen "emotionalen Überschuss". Die Vorsitzende stellte eine andere Diagnose: Der Arbeitslose habe zu viel Zeit, die er im Internet verbringe. Er solle stattdessen eine Arbeitsstelle suchen und sich im Leben "durchbeißen".