Der Gesamthaushalt des Schulverbandes Mittelschule Ebern hat, wie Stefanie Söllner von der Kämmerei der VG Ebern darlegte, ein Volumen von 576 367 Euro. Die Wunschliste von Rektor Philipp Arnold und seines Vertreters Toni Binder für Investitionen in der Mittelschule für den normalen Schulbetrieb schlägt im Haushaltsjahr 2018 mit 24 500 Euro zu Buche.
Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), Vorsitzender der Schulverbandsversammlung, sagte eingangs, dass der Schulverband immer bemüht sei, den Anforderungen der Schule gerecht zu werden. "Wir leisten auch für den Staat, was digitale Bildung betrifft, und stellen die erforderlichen Mittel zur Verfügung. Das haben wir schon immer getan und wollen es beibehalten." Das sei quasi eine Vorleistung für den Staat, aber man wolle nicht leer ausgehen, wenn Förderprogramme "ausgerollt" werden, sagte Hennemann.


Beim vierten digitalen Projekt

In der Mittelschule Ebern sei man sehr weit. Diese sei eine Vorzeigeschule, aber man wolle deshalb die gleiche Finanzausstattung bekommen wie Schulen, "die erst an die Sache rangehen".
Schulleiter Philipp Arnold erläuterte, dass man in der Schule bereits beim vierten digitalen Projekt sei. Bei der Mittelschule werde von vielen anderen Schulen angefragt, was wir vorangebracht haben, und er sei schon mehrmals als Referent unterwegs gewesen. "Wir wurden immer gut vom Schulverband unterstützt", sagte er. Die Mittelschule Ebern sei, was digitalen Unterricht betrifft, sehr gut aufgestellt, besser als die meisten Schulen in Bayern, da man sich hier schon seit zwölf Jahren damit auseinandersetze. "Das geht nur mit einer gewissen Infrastruktur", sagte Arnold.
Er machte sehr deutlich, dass ein wichtiger Punkt die Lehrerfortbildung auf diesem Gebiet sei. "Wenn die Lehrerausbildung hier nicht mithält, geht der Schuss irgendwann nach hinten los. Wir müssen die Politik sensibel machen für die Software in den Köpfen der Lehrer", sagte Philipp Arnold.
"Digitalisierung hin oder her: Wir sind weit davon entfernt, Kinder nicht kreativ arbeiten zu lassen. Unsere Lehrer müssen die Medien gewinnbringend einsetzen", sagte der Schulleiter Arnold.
Es wurde angeregt, zu diesem Thema die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), und die Abgeordnete Sabine Dittmar (SPD) einzuladen. Da Schule Landessache ist, dürfe auch jemand von der Landespolitik nicht fehlen. Gedacht ist an MdL Steffen Vogel.


Die Wunschliste

Wie Rektor Philipp Arnold darlegte, seien Lehrerrechner für die Klassenzimmer nötig, ein Galneoboard, 16 iPad-Koffer und drei IP-Telefone. Der Beamer müsse erneuert werden und ein Windows-Office-Paket für den Computerraum wäre sinnvoll. Außerdem seien eine Spülmaschine, ein Wäschetrockner und vier Nähmaschinen nötig. Auch in die Schulsozialarbeit müsse investiert werden, und das Reinigungspersonal sei besser auszustatten. Arnold: "Ich würde mich freuen, wenn wir das alles anschaffen könnten." Der Schulleiter gab bekannt, dass er 2000 Euro vom Soroptimist-Club Bamberg-Kunigunde erhalten habe, der in Jesserndorf den Weihnachtsmarkt unterstützt. Arnold zeigte drei iPads, die er von diesem Geld für die Schule gekauft habe.
Konrektor Toni Binder ergänzte, dass man in die digitale Ausbildung der Schüler auch Firmen einbeziehe. Arnold und Binder versicherten, dass Bücher nicht aus der Schule verbannt würden. In jedem Fall seien Bücher für Deutsch, Mathe und Englisch unentbehrlich. Bei Sachbüchern sehe es anders aus. Binder: "Im Sachunterricht macht es eher Sinn, digital zu arbeiten."
Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) aus Untermerzbach befand, dass die Ideen für digitale Arbeit an Schulen "von unten", aus den Schulen, kommen müssten. "Wenn es von oben aufgesetzt wird, taugt es nichts", meinte Dietz.
Stefanie Söllner, Sachbearbeiterin in der Kämmerei der VG Ebern, erläuterte den Haushalt für 2018 für den Schulverband Mittelschule sehr detailliert. Aus den Verbandsgemeinden Burgpreppach, Ebern, Königsberg, Rentweinsdorf und Untermerzbach besuchten 226 Schüler die Mittelschule, sagte sie. Das Umlagesoll im Jahr 2018 betrage 426 825 Euro. Daraus entstehe ein Umlagebetrag von 1888 Euro pro Schüler. Wesentliche Ausgaben seien unter anderem für Ganztagsbetreuung und für fünf Klassen im gebundenen Ganztagszug 38 500 Euro. 26 500 Euro wurden für Mittagsverpflegung angesetzt. Kosten für Schulsozialarbeiter sind mit 27 500 Euro eingestellt, Schülerbeförderungskosten mit 116 000 Euro. "Das ist zum Vorjahr eine Steigerung um 17 000 Euro", sagte Söllner.
Sie stellte fest, dass die Verwaltungsumlage bei rückläufigen Schülerzahlen jährlich steige: 2018 liege diese bei 426 825 Euro, 2009 seien es noch 344 500 Euro gewesen. Die Schülerzahlen hingegen lagen 2009 bei 270, im Jahr 2018 bei 226.
Zusammenfassend stellte Stefanie Söllner fest: "Die Finanzwirtschaft des Schulverbandes verläuft auch im Jahr 2018 geordnet."


Teilsanierung angemeldet

Schließlich informierte Vorsitzender Hennemann noch darüber, dass der Schulverband beim Kommunalen Investitionsprogramm (KIP-S) die Teilsanierung der Mittelschule angemeldet habe. "Es betrifft den Bereich vom Eingang aus gesehen links", sagte Hennemann. Es sei quasi der erste von sechs Bauabschnitten der Gesamtsanierung, die mit 2,7 Millionen Euro veranschlagt sei. Dieser Bereich sei mit 976 000 Euro angemeldet worden. Wird die Maßnahme im KIP aufgenommen, könne man mit einer Förderung von 90 Prozent rechnen.