"Wir sind zwar als BJV-Kreisgruppe Ebern ein kleinerer Verband, aber mit unseren Aktivitäten sehr aktiv", sagte Kreisvorsitzender Helmut Sieghörtner bei der Jahresversammlung des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) in den "Frankenstuben" in Ebern. Das gelte für den Einsatz für die Jagd und den Naturschutz genauso wie für die Ausbildung im Hundewesen und die öffentlichkeitswirksamen Auftritte der Jagdhornbläser.

In seinem Jahresbericht zog er eine sehr positive Bilanz für die BJV-Kreisgruppe Ebern, die gegenwärtig einen Mitgliederstand von 150 Frauen und Männern aufweise. Die Hegeschauen seien dabei immer wieder hervorragend. Eigentlich gebe es in der Kreisgruppe keinerlei Probleme. Zudem wies er auf die nächste Hegeschau am 22. April im Hause Rösler in Memmelsdorf hin. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Bauernverband. "Von der Jagd aus wird nicht gegen die Bauern, sondern nur mit den Bauern gearbeitet."

Hinsichtlich der Tagungen der "Baunach-Allianz" bedauerte Sieghörtner die geringe Beteiligung der Jäger an den Vorbereitungstreffen. Wörtlich sagte er, "dass die Vertreter aus unserer Gilde zu wenig waren. Es betrifft uns aber mehr als viele andere, die dort gesehen wurden." Bei allen Überlegungen sollte man die Grundeigentümer von Baunach bis Maroldsweisach oder von Untermerzbach bis Kirchlauter nicht vergessen, meinte er. Es kämen nämlich durch die Allianz auch Verpflichtungen auf Gemeinden oder Verbände zu. Konkret fragte er nach der Haftung oder Notwendigkeit von Unfallversicherungen, wenn Wege durch Privatwald führten. So wies er auf die Entstehung eines Erlebnis-Rundweges in der Gemeinde Kirchlauter hin, der quer durch zwei Waldstücke führen sollte. Nur durch Einspruch bleibe der Rundweg jetzt auf bestehenden Flurbereinigungswegen vorbei an blühenden Flächen und Streuobstwiesen.


Fusionsgedanken

Helmut Sieghörtner informierte dann auch noch zu Vorstellungen, die BJV-Kreisgruppen im Landkreis Haßberge zusammenzulegen. Damit käme es in dem größeren Verband zu rund 1000 Mitgliedern und sicherlich einer Person als Geschäftsführer.

Die Arbeit im BJV-Kreisverband Ebern werde derzeit vorbildlich von dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Stefan Zettelmeier erledigt. Auch der Kreisverband Ebern müsse im nächsten Jahr Neuwahlen durchführen und hierfür bat der Vorsitzende jetzt schon um Unterstützung.


Erfolgreiche Hundeprüfungen

Hundeobmann Hans Heinert berichtete von den Prüfungen für Jagdhunde, aber auch einer Brauchbarkeitsprüfung, an denen jeweils 8 Hunde teilgenommen hätten. Der nächste Lehrgang beginne am 19. März.
Für die Jagdhornbläsergruppe Ebern erstattete Reinhold Lößlein den Bericht und zeigte die vielfältigen Auftritte der Bläsergruppe auf, die von Geburtstagen bis zur Hubertusmesse in Ebern reichten. Besonders hob er die Teilnahme am Landesbläserwettbewerb hervor, bei dem die Bläsergruppe unter 35 Teilnehmern einen vierten Platz belegen konnte.

Wolfgang Lappe, Wart für Naturschutz und Biberbeauf-tragter, berichtete von seiner Tätigkeit in der Beratung von Mitgliedern, Bürgern und Jugendlichen. Dabei ging er auch auf den Biber ein, bei dessen Ausbreitung eine "Sättigung erreicht" sei.

Michael Groß informierte über die "Wildland-Stiftung", die Grundstücke aufkaufe und diese unter Naturschutzgesichtpunkten bewirtschafte. Dies seien Flächen, die für die Landwirtschaft meist uninteressant wären. Er berichtete vom Baunachgrund bei Kraisdorf, wo man in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Eingriffe in das Uferprofil der Baunach mit Überschwemmungen bis Kraisdorf wieder verschlossen habe. Das Ergebnis sei, dass die Wiesen nun wieder feucht seien und Mulden Wasser hielten. Hierzu sei auch ein Beobachtungsturm bei Pfarrweisach angelegt worden.


"Kleine Sensation

Eine "kleine Sensation" habe die Libellenkartierung im Baunach- und Weisachgrund ergeben, bei der man zwei ganz seltene Libellen entdeckt habe, eine stehe sogar auf der Roten Liste. Heuer soll eine Heuschreckenkartierung stattfinden, weil es auch hier sehr seltene Arten gebe.
Schließlich wurden langjährige Mitglieder geehrt. Es waren dies Rainer Hertel (20 Jahre), Wolfgang Brandenburger (25 Jahre), Peter Gollnick (40 Jahre) und Dieter Baiersdorfer (60 Jahre Mitglied im Jagdverband). Die Jagdhornbläsergruppe umrahmte die Veranstaltung musikalisch.