Das Schlagwort "Dorferneuerung" geistert schon etliche Jahre durch die Diskussion in Burgpreppach, aber so richtig traute man sich nicht an das Thema heran. Verständlich, wie man aus heutiger Sicht findet, denn im Kernort des Marktes waren erst noch so viele Hausaufgaben zu erledigen, und das Finanzpolster der Gemeinde erlaubte auch keine großen Sprünge. Seit der Gründung der Gemeinde-Allianz Hofheimer Land (GAHL) liegen nun die Voraussetzungen vor, solch ein Riesenprojekt zu verwirklichen, wie Bürgermeister Hermann Niediek (CSU) bei einer Bürgerversammlung zum Thema sagte. Er forderte die rund 80 Bürger, die am Mittwoch in die Sporthalle des TSV gekommen waren, stellvertretend für alle Bürger des Marktes auf, das Vorhaben als Solidargemeinschaft zu unterstützen.
Das Gemeindeoberhaupt sagte, die Veranstaltung diene dazu, dass die Bürger sich mit einbringen.

Zahl der Leerstände"erschreckend hoch"

Etliche Amtsvertreter und insbesondere der Städteplaner Dag Schröder mit seinem Büro-Team waren vertreten, um die städtebaulichen Möglichkeiten im Kernort vorzustellen. Schröder stellte die bisherigen Ergebnisse des Entwicklungskonzeptes vor, in dem deutlich wird, dass eine Dorferneuerung im Kernort überfällig ist. So erklärte der Architekt, dass die menge der Leerstände, zurzeit 15 Anwesen in Burgpreppach, erschreckend sei. Hilfe und Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung (AFL) und der Regierung von Unterfranken könne man erwarten, um den malerischen Ort mit seinem beeindruckenden Schloss lebenswert zu gestalten, meinet der Planer. Deshalb habe man im Entwicklungskonzept den Schlossbereich samt "Wassergasse" sowie dem Gasthaus "Goldener Löwe" und die Schlossmühle in den Fokus gerückt.

In der Folge ging man daran, die Wünsche und Vorstellungen der Bürger zu ermitteln. Anhand dieses Entwicklungsgebietes wurden in fünf Bürgerwerk-stattgruppen fünf wichtige Komplexe kreativ und lebhaft diskutiert. Endgültig wird der Gemeinderat zu entscheiden haben, ob eine umfassende Dorferneuerung in Burgpreppach in die Wege geleitet wird.

Bürgerservice

Tobias Alt, Manager der Hofheimer Gemeindeallianz, nutzte die Gelegenheit, um den Bürgerservice vorzustellen, der bereits in Hofheim und Maroldsweisach etabliert ist. Der Bürgerservice Hofheimer Land organisiere Alltagshilfen von Bürgern für Bürger, wohnortnah und unkompliziert, und solle als kleiner Beitrag zur optimalen Versorgung in den Allianz-Gemeinden verstanden werden, erklärte Alt. Nun will der Bürgerservice auch im Markt Burgpreppach Fuß fassen. Im November sollen daher Fragebögen in der Gemeinde verteilt werden, um eine Übersicht darüber zu bekommen, wo im Marktgebiet bei den Serviceleistungen "der Schuh drückt".

"Nicht kleckern, sodnern klotzen"

Neben dem Kernort Burgpreppach soll auch der Gemeindeteil Hohnhausen einer umfassenden Dorferneuerung unterzogen werden. Peter Kraus, Leiter der Abteilung Land- und Dorfentwicklung am Amt für Ländliche Entwicklung (AFL) Unterfranken, kam am Dienstag in die "Alte Schule" nach Hohnhausen, um die Bürger des Gemeindeteils über den Ablauf und die Ziele einer solchen Maßnahme zu informieren. Da in Hohnhausen die Ortskanalisierung abgeschlossen wurde und der Neubau der Kreisstraße in der Ortsdurchfahrt in vier Jahren geplant ist, würde sich eine Dorferneuerung geradezu anbieten, warb er für die Maßnahme.

Die Bürger hatten Gelegenheit, sich über die Ziele und die erforderlichen Vorbereitungen zu informieren. Am Ende stellte Bürgermeister Hermann Niediek ein großes Interesse der Bevölkerung an einer umfassenden Dorferneuerung fest, denn in Hohnhausen vertrete man die Meinung, "nicht kleckern, sondern klotzen".