Es regnet und regnet und regnet: Während die die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Trossenfurt-Tretzendorf am Freitagmorgen entlang der Aurach noch mehr Sandsäcke aufsetzen mussten, um zu verhindern, dass die Tretzendorfer Weiher zu schnell voll Wasser laufen, sicherten ein paar Kilometer weiter im Eltmanner Stadtteil Dippach die Helfer der Feuerwehr die Straße zum Ortseingang ab: Hier ist ein großer Baum vom steilen Hang auf die Straße gefallen, der ein Passieren unmöglich machte. Bereits am Anfang der Woche waren kleinere Bäume auf die Straße gefallen. Wie von der Feuerwehr vor Ort zu erfahren war, sind Aufräumarbeiten in diesem Bereich derzeit zu gefährlich, da zu befürchten ist, dass weitere Bäume den Halt in dem vollgesogenen Erdreich verlieren und nachstürzen.
Nachdem es in der Nacht erneut massiv geregnet hatte, war in Tretzendorf der Bach wieder deutlich angestiegen. An mehreren Stellen flutete das Wasser über die Wege in die Weiher.
Die hat Pächter Peter Schaaf während der beiden Regenpausen am Dienstag und am Donnerstag um über 80 Zentimeter abgelassen, um in Absprache mit Wasserwirtschaft und Naturschutz neue Sicherheitsreserven zu schaffen. Allerdings galt es, mit Sandsäcken den Zulauf zum großen Dorfweiher geregelt zu gestalten.
Am Freitagmorgen ließ der Regen deutlich nach, die Lage schaukelte sich zumindest nicht weiter auf. Dennoch waren die Feuerwehrleute bis auf die Knochen naß - die Stiefel durchweicht, von innen durchgeschwitzt. Auch Bürgermeister Thomas Sechser packte mit an - vor zwei Tagen war er noch in der israelischen Wüste, jetzt stand er fast knietief im Wasser. Alle neuralgischen Punkte aurachabwärts waren unter Beobachtung, "oben wird's jetzt weniger" berichtete Gerhard Vogel aus Unterschleichach von einer Kontrollfahrt.
"Die Aurach reagiert relativ schnell", erklärt Förster Klaus Schulz, wenn es immer wieder mal Regenpausen gibt, läuft das Wasser ab. Doch auch er weiß nicht, was passiert, wenn tatsächlich am Samstag und Sonntag so massiver Dauerregen kommt, wie ihn der Wetterbericht ankündigt.

Bäume drohen abzurutschen

Gleich am frühen Freitagmorgen war der Eltmanner Bürgermeister Michael Ziegler im Stadtteil Dippach vor Ort. Wie er schilderte, hat die Stadt den Bereich von Eschenbach bis Roßstadt seit gut einer Woche im Blick; hier ist bereits der Radweg entlang der Bundesstraße gesperrt.
Der steile Waldhang ist vollgesogen mit Wasser, die Gefahr, dass Bäume auf die Straße stürzen, hat sich bei Dippach bewahrheitet. Dort war die örtliche Feuerwehr seit Freitagmorgen um 7 Uhr dabei, die Straße abzusichern und den Verkehr entsprechend umzuleiten, weil ein großer Baum aus dem Hang rechts der Ortszufahrt auf die Straße gestürzt ist. Für weitere Vorfälle steht man quasi Gewehr bei Fuß, denn laut Ziegler fanden Gespräche mit allen Beteiligten - vor allem dem Bauhof - statt, um die Vorbereitungen optimal koordinieren zu können. Die kritischen Stellen im Stadtgebiet - die Eltmanner Vorstadt am Main, Roßstadt, der Ebels- und der Fichtenbach - stehen unter Beobachtung. "Man muss abwarten, wie stark Regen und Hochwasser tatsächlich werden", sagte Ziegler. Die Stadt hat die Anwohner, die im möglichen Überschwemmungsbereich der Altstadt am Main wohnen, bereits verständigt und auf die Lage hingewiesen. Es sei sinnvoll, im Haus die Abflüsse zu überprüfen. Jedenfalls behält die Stadt die Meldungen des Hochwassernachrichtendienstes im Internet (www.hwnd.de) im Blick: Hier gibt der Pegel Trunstadt mainwaufwärts Hinweise darauf, was einige Stunden später in Eltmann zu erwarten ist. Ungemütlich wird es in der Eltmanner Vorstadt tatsächlich erst bei einem Wert über 4.50 Meter, also zwischen Meldestufe 2 und 3 (sechs Meter).