Die Meisterschule für das Schreinerhandwerk hat sich einen guten Namen bei angehenden Schreinermeistern gemacht. Sie genießt hohes Ansehen in Ebern, aber auch weit über die Grenzen Unterfrankens und Bayerns hinaus. Derzeit findet eine Generalsanierung statt, nachdem die Regierung von Unterfranken dem Zweckverband Meisterschule Ebern grünes Licht dafür gegeben hat. Schulleiter Oliver Dünisch spricht über den Stand der Dinge.
"Das Gebäude wurde bereits im Jahr 1984 eingeweiht, und deshalb standen nun erhebliche Sanierungsmaßnahmen an", sagt Dünisch. Diese Gelegenheit nutzte man, um gleichzeitig eine bauliche Verbesserung für die Schule zu schaffen. Sanierungsmaßnahmen, die das eigentliche Schulgebäude betreffen, seien im Jahr 2017 in den Osterferien begonnen und überwiegend abgeschlossen worden. "Pflichtmaßnahmen bei der Verbesserung lagen im wesentlichen Teil beim Brandschutz, und auch eine energetische Sanierung ist erfolgt", erläutert Oliver Dünisch. Er freut sich darüber, dass das Gebäude nun auch komplett barrierefrei erschlossen ist. Dass man sich zu diesem umfassenden Schritt entschloss, sei auch dem Umstand geschuldet, dass Instandhaltungsmaßnahmen immer größer geworden und auch ins Geld gegangen seien. Auch sei es eine politische Entscheidung des Schulträgers gewesen, weil man in diese Einrichtung weiter investieren wollte, um sie wettbewerbsfähig zu halten.


Wohnheim neu gebaut

Auch für das der Schule angegliederte Wohnheim hatte sich die Frage nach einer Sanierung gestellt, aber dann fiel die Entscheidung für einen Neubau. "Es war auch eine wirtschaftliche Überlegung, und die gewünschte Zimmervergrößerung wäre im Altbau nicht realisierbar gewesen. "Wir haben einen relativ hohen Bedarf an Wohnheimzimmern", sagt der Diplom-Holzwirt.
Nach dem Abriss des alten Wohnheimes wurde das neue auf das Fundament des bestehenden Kellers aufgebaut. "Im alten Gebäude hatten wir 19 Zimmer, die relativ klein waren, und es gab Etagenduschen. Im neuen Gebäude werden wir Zimmer von 20 Quadratmetern haben, und jedes Zimmer ist auch mit Bad ausgestattet. Diese Größenverhältnisse wären im alten Gebäude nur zu realisieren gewesen, wenn man von 19 auf zwölf Zimmer zurückgegangen wäre", sagt Dünisch.
Auf Holzbauweise beim neuen Wohnhaus kam man, weil es ein authentisches Gebäude zur Schreinermeisterschule sein soll und man den Werkstoff Holz mit seinen Vorzügen nach außen transportieren wollte. Aber auch pragmatische Gründe wie sehr kurze Bauzeiten spielten in die Überlegungen mit hinein. "Dieser Rohbau ist in vier Arbeitstagen errichtet worden. Das wäre natürlich mit konventioneller Ziegelbauweise nicht zu realisieren gewesen. Deshalb spielten neben dem authentischen auch bautaktische Gründe mit hinein, weil wir die Phase, in der wir während der Bauzeit keinen Wohnraum anbieten konnten, so kurz wie möglich halten wollten."
Die Schüler konnten privat untergebracht werden, aber einige mussten in umliegenden Ortschaften der Kernstadt Ebern eine Wohnung nehmen. Oliver Dünisch erläutert, dass die Schule sehr stark in die Planung einbezogen worden sei, und man habe den Vorschlag, das Wohnheim in Holzbauweise zu erstellen, dankend aufgenommen. "Bei allen Bauschritten, auch was die Einrichtung betrifft, wurden wir als Schule durchgängig einbezogen. Das muss ich schon sehr loben", sagt der Schulleiter.
Der geplante Einzugstermin für das Wohnhaus sei September, zu Beginn des Schuljahres 2018/19. "Wenn alles so läuft wie bisher, wird das wohl auch klappen", ist Dünisch zuversichtlich. Die Schüler müssen für eine Wohnung, inklusive aller Nebenkosten, 221 Euro im Monat bezahlen. Bisher lag der Mietpreis bei 170 Euro.


3,5 Millionen Euro investiert

Der Umbau ist nach den Worten des Schulleiters ein zentrales Thema an der Schule, auch wenn der Schulbetrieb durch die Baumaßnahmen nicht wesentlich beeinträchtigt war. Für die Schüler habe es erst letzte Woche durch die Architektin eine Führung gegeben.
"In der Gesamtsumme investiert der Schulträger etwa 3,5 Millionen Euro", sagt Dünisch. Die Schüler kommen aus ganz Deutschland. "Wir sind die einzige Meisterschule, die Wohnraum für ihre Schüler vorhält. Wir haben etwa nur ein Drittel an Schülern, die daher kommen, wo es mit dem Auto noch zumutbar ist. Zwei Drittel der Schüler sind auf Wohnraum während ihrer Ausbildung angewiesen."
Das Wohnheim sei außerdem Bestandteil des Schulkonzeptes, leben und lernen unter einem Dach. "Das Wohnheim ist quasi die Lebenskeimzelle unserer Schule", scherzt Dünisch. Die Schüler betonten immer wieder, dass die Meisterschule in Ebern damit ein Alleinstellungsmerkmal besitze.
An der Schule unterrichten acht Lehrkräfte und der Schulleiter. Im Sekretariat arbeiten zwei Frauen, es gibt einen Hausmeister und vier Reinigungskräfte. Oliver Dünisch stellt heraus, dass die Abwicklung des Neubaus hervorragend geklappt habe.