Hofheimer Bürgermeister Borst: "Das wird meine letzte Amtsperiode"

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Wolfgang Borst an seinem Schreibtisch in Hofheim Foto: Andreas Lösch
Wolfgang Borst an seinem Schreibtisch in Hofheim Foto: Andreas Lösch

Die Hofheimer wählen nächste Woche ihren Bürgermeister, und der heißt aller Wahrscheinlichkeit nach wieder Wolfgang Borst. Und der hat noch einiges vor...

Wahlergebnisse vorhersagen geht manchmal ganz schön in die Hose, wie der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl zeigte. Im Landkreis Haßberge tun sich die Bürger leichter; der Fränkische Tag wagt die Prognose, dass Wolfgang Borst am Sonntag in einer Woche wieder zum Bürgermeister der Stadt Hofheim gewählt wird. Er ist der einzige Kandidat.

Das spricht für den Mann, der seit 2004 im Amt ist und bereits bei der Wahl 2010 ohne Gegenkandidat blieb: Die Arbeit des 64-jährigen CSU-Mannes wird von allen Stadtratsfraktionen honoriert. Nun will es Borst ein letztes Mal wissen ("das wird meine letzte Amtsperiode sein") und wünscht sich am 20. November vor allen eines: "Bitte wählen gehen, auch wenn nur ein Kandidat da ist", sagt Borst.

Das wäre "ein gutes Signal". Denn es würde zeigen, dass die Arbeit der vergangenen Jahre in der Bevölkerung auf Interesse stößt und bestätigt wird. Aber ohnehin: Die Entwicklung der ehemaligen Kreisstadt und der Gemeinde-Allianz "Hofheimer Land" (Verbund der Kommunen Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Hofheim, Riedbach, Ermershausen und Maroldsweisach) unter Borst bewerten die meisten Weggefährten aus Politik und Stadt als positiv.


Wie andere von Hofheim lernen

Für den Aufbau eines erfolgreichen Leerstandsmanagements etwa im bevölkerungsmäßig ausdünnenden ländlichen Raum wird der Bürgermeister gemeinhin gelobt, und das nicht nur im Heimatkreis: Die Idee, Leerständen in Dorfmitten mit Förderprogrammen entgegenzuwirken und potenziellen Bauherren zu garantieren, dass das "Bauen im Bestand billiger ist als das Bauen auf der grünen Wiese", hat auch in anderen deutschen Kommunen Anklang gefunden. Seitdem mit dem Programm in Hofheim und seinen Stadtteilen Eichelsdorf, Erlsdorf, Goßmannsdorf, Lendershausen, Manau, Ostheim, Reckertshausen, Rügheim und Sulzbach über 220 Gebäude in Ortskernen laut Borst "revitalisiert" und "die Leerstände mit Familien wieder gefüllt" worden sind, wird der Bürgermeister von Städten und Gemeinden in ganz Deutschland eingeladen, um das Konzept vorzustellen.

Nichtsdestotrotz sieht sich der 64-Jährige noch nicht am Ziel, was auch seine erneute Kandidatur verdeutlicht: "In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von Projekten angestoßen worden, die umgesetzt werden müssen", sagt Borst. Da wäre zu nennen: das Kombi-Bad. Nach der Eröffnung des neu gestalteten Freibads im Sommer dieses Jahres soll auch das direkt angrenzende, ziemlich in die Jahre gekommene Hallenbad renoviert und unter anderem mit einem gemeinsamen gastronomischen Angebot an das Freibad angeschlossen werden.

Weitere wichtige Projekte sind laut Borst die komplette Innenstadtsanierung in Hofheim (Wasserleitungen, Kanal, Gehsteige), zudem stehen Dorferneuerungsmaßnahmen in Goßmannsdorf und Eichelsdorf an. Auch das Projekt "Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum" soll weitergeführt werden und Borst sieht sich in der Pflicht, weil er von Anfang an "in diese vielfältigen Problemstellungen eingebunden" war.

In Hofheim selber geht es diese Tage eher ruhig zu, was die anstehende Wahl betrifft. Wahlkampf wird so gut wie nicht betrieben. "Außer zwei, drei Wahlplakaten sieht man nichts hier", sagt Oliver Hesse, Leiter der Hauptverwaltung in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hofheim, die für die Durchführung der Wahl verantwortlich ist. Organisatorisch macht die Ein-Kandidaten-Wahl aber keinen Unterschied zu anderen Wahlen: "Für die Verwaltung ist es das gleiche, wie wenn es zehn Kandidaten wären", sagt Hesse. Die Arbeit und der Ablauf der Wahlvorbereitung seien nahezu identisch.


Antizyklische Wahl seit 1981

Die Bürgermeisterwahl in Hofheim findet seit 1981 außer der Reihe statt. Der damalige Bürgermeister Hans Wacker trat aus gesundheitlichen zurück und es wurden Neuwahlen angesetzt. Ins Amt gewählt wurde Erwin Borst, der Vater des amtierenden Bürgermeisters Wolfgang Borst. Erwin Borst verunglückte bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1992 tödlich, so dass erneut außer der Reihe ein neuer Bürgermeister gewählt werden musste. Der Sechsjahresrhythmus setzt sich seitdem in Hofheim fort.