Papstwahl, Jahrhundertflut, Abhörskandal, "Groko", Tierheim im Landkreis, Nationalpark, Windpark und mehr: 2013 hatte Zündstoff zu bieten. Die Menschen in den Haßbergen, in Maintal und Steigerwald machen sich ihr eigenes Bild vom vergangenen Jahr.

Elfriede Storch aus Hainert war mit 2013 "im Großen und Ganzen" zufrieden. Die Kinderpflegerin sorgt sich um manche Vereine in kleinen Orten. "Viele sind leider vom Aussterben bedroht", weiß die 58-Jährige. Für sie liegt das nicht am schlechten Willen oder an der Gleichgültigkeit. "Ich glaube einfach, dass die meisten beruflich bedingt, etwa durch Schichtarbeit oder flexible Arbeitszeiten, auch am Wochenende sowie durch zu viel Zeitdruck überlastet sind." Regelmäßige Termine wie Chorproben oder Training seien da oft nicht möglich. Ihr gezielter Wunsch an die Politik: "Sie sollen sich wirklich ernsthaft mit diesem Thema beschäftigen." Storch meint da auch Öffnungszeiten. "Ich weiß nicht, ob der Umsatz tatsächlich so viel größer ist, wenn Geschäfte, gerade in der Stadt, teilweise bis Mitternacht oder sogar länger geöffnet sind. Die Menschen können doch nur das ausgeben, was sie haben." Sie hält die Arbeitszeiten gerade für Mütter "keinesfalls ideal" und "so extrem, dass die Familie darunter leidet".

Keine Perspektiven für Familien

Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse? "Die jungen Leute sollten lieber gleich einen Dauerarbeitsplatz erhalten." Sie hält es für einen krassen Widerspruch, dass über Geburtenmangel geklagt wird und dann wieder mehr Familien gegründet werden sollen. "Mit dieser Arbeitsplatzpolitik wird den Jungen doch die Perspektive genommen, frühzeitig eine Familie zu planen, weil sie eben keine festen Arbeitsplätze und somit keine wirkliche Sicherheit haben. Die werden doch bestraft, weil sie eine Familie wollen, aber aus finanzieller Unsicherheit nicht können." Geldleistungen sieht sie als "nicht wichtig. Ausschlaggebend ist eine sichere Zukunft, wenn es jemand wirklich ernst meint. Die Leute wollen sich selbst versorgen können. 100 Euro vom Staat nutzen da nicht viel."

Weitere Stimmen

Was hat die Bürger im Kreis sonst noch bewegt? Einige andere Stimmen:

Ulrike Großkunze-Vogel (51), Augsfeld: "Mir gefällt sehr gut, dass es endlich den Mindestlohn von 8,50 Euro geben soll, auch wenn dies flächendeckend erst ab 2017 gelten soll. Als Eishockeyanhängerin fand ich den Aufstieg des ESC Haßfurt in die Bayernliga toll. Ich wünsche mir sehr, dass die Mannschaft den Klassenerhalt schafft, auch wenn es derzeit nicht gut ausschaut." Insgesamt war das Jahr für sie in Ordnung.

Manfred Licha (67), Haßfurt: "Die Entscheidung mit der Mütterrente ist in Ordnung. Ich erhoffe mir für 2014, dass so schnell wie möglich ein Tierheim gebaut wird. Es passiert ja nichts. Das Landratsamt soll jetzt endlich aktiv werden. Schön ist auch, dass es beim FC Haßfurt wieder aufwärts geht. Das gefällt mir sehr gut." Für ihn war das Jahr durchwachsen.

"Ein bisschen besser"

Niklas May (elf), Haßfurt
: "Ich hoffe natürlich, dass ich mit meiner Fußballmannschaft beim TV nicht absteige. In der Schule bin ich mittelmäßig, es wäre schön, wenn das ein bisschen besser werden würde. Das wünsche ich mir für 2014." Für ihn verlief 2013 positiv.

Karin Durst (50), Knetzgau: "2013 war für mich der selbstlose Einsatz der vielen Bürger, die den Menschen in den Überschwemmungsgebieten buchstäblich unter die Arme gegriffen haben, sehr beeindruckend. Bedrückend dagegen empfand ich die offensichtliche Verschwendung von Steuergeldern bei utopisch hohen Kosten verschiedener Bauwerke. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Verantwortlichen ein höheres Pflichtbewusstsein im Umgang mit der Natur und den verfügbaren finanziellen Mitteln an den Tag legen und diese besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausrichten und sinnvoller einsetzen." Ihr Daumen geht nach oben.

Bettina Surkamp (35) aus Eltmann: "Mein persönliches Highlight des Jahres 2013 ist der Wiedereinstieg in das Berufsleben. Da ich mich in den vergangenen Jahren vornehmlich meiner Familie und dem Studium gewidmet habe, kann ich mich nun in einer verantwortungsvollen Aufgabe verwirklichen. Bei der Vereinbarkeit meines Berufs- und Familienlebens hilft mir dabei zum einen die sehr gute Infrastruktur und Kinderbetreuung in Eltmann und zum anderen die Tatsache, dass wir gemeinsam mit unserer Oma in einem Haus leben und uns jederzeit gegenseitig unterstützen." Mit dem vergangenen Jahr ist sie hochzufrieden.

Ralf Hofmann (27) aus Unterpreppach: "Ich persönlich bin mit 2013 zufrieden. Vor allem die Straßen- und Dorferneuerung in Unterpreppach war sehr erfolgreich. Auch der Internetausbau ist gut vorangekommen. Ich hoffe, dass ich 2014 weiter fit bleibe. Ich hoffe auch, dass wir eine starke Regierung bekommen, die die Wirtschaftskrise für Deutschland gut meistert. Bislang sind wir ja ganz durchgekommen."

Jasmin Schalk (16) aus Obertheres: "Gut war an dem Jahr, dass in Obertheres dank des neuen Bürgermeisters viele Jugendliche mitreden konnten und dass ein Jugendraum errichtet wurde, den die Jugendlichen selbst mit aufbauen und gestalten. Ich wünsche mir, dass es 2014 genauso läuft und dass sich andere Gemeinden ein Beispiel nehmen. Es soll so weitergehen, dass im Landkreis die Jugend mehr mitreden kann." Mit dem Jahr ist sie sehr zufrieden.

Sebastian Noll (28) aus Zeil: "Als Bayernfan fand ich natürlich die ‚Triple-Saison‘ hervorragend. Positiv überrascht hat mich auch die Bundestagswahl. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass die CDU/CSU so weit vorne liegt. Mit der schwarz-roten Regierung habe ich dann schon gerechnet. Persönlich war das Jahr in Ordnung, nicht zuletzt durch den Heiratsantrag, den ich meiner Freundin gestellt habe. Also, 2014 steht dann ein größeres Fest an. Ich wünsche mir Gesundheit und weitere positive Ereignisse."

Große und Kleine

Alexandra Mahr (42) aus Sand
: "Ich als Verkäuferin in einer Bäckerei finde es sehr bedenklich, dass immer mehr große Betriebe die kleinen aufkaufen und sprichwörtlich ‚schlucken‘. Das hat mich 2013 schon sehr nachdenklich gemacht. Ich bin der Meinung, dass wir auch die kleinen Handwerksbetriebe brauchen. Viele werden sie wahrscheinlich aber erst dann vermissen, wenn es sie nicht mehr gibt. Für 2014 wünsche ich mir, dass die Regierung ihr Wort hält, die Steuern nicht zu erhöhen. Es wäre sicher nicht das Schlechteste gewesen, wenn die Besserverdienenden etwas mehr zum Allgemeinwohl beitragen würden. Ich denke, einem Wohlhabenden fällt es leichter, ein paar Euro mehr zu zahlen als einem Gehringverdiener. Außerdem sollte eine Umweltkonferenz doch endlich einmal Fakten liefern und das ewige Diskutieren lassen. So ist es einfach deprimierend. Ich wünsche mir dahingehend einfach eine bessere Welt." Für sie war 2013 durchschnittlich.

Der Motorsportfan

Heiko Güßbacher (31) aus Ebern
: "Ich hatte leider familiäre Rückschläge. Ich hoffe, dass es 2014 diesbezüglich wieder funktioniert und aufwärts geht. Ich bin Motorsportfan beim AC Ebern und dort in der Streckensicherung aktiv. In diesem Jahr war es im Motorsport allgemein schon extrem, denn viele Menschen sind tödlich verunglückt. Ich wünsche mir natürlich, dass sich dies in den nächsten Jahren nicht wiederholt." Er war mit 2013 nicht wirklich zufrieden.

Bastian Schubert (elf) aus Königsberg : "Ein Höhepunkt war mein Eishockeysportcamp in Marienbad, das ganz toll war. Ich würde es nächstes Jahr gerne wieder machen. Das ist mein großer Wunsch. 2013 war für mich ein gutes Jahr. Es hat mir alles gefallen. Ich wünsche mir für 2014 das gleiche Jahr."

Linda Albrecht (21) aus Kraisdorf: "Es war für mich natürlich gut, dass ich meine Ausbildung erfolgreich beendet und gleich eine feste Arbeitsstelle bekommen habe. Ich wünsche mir, dass es so gut weiterläuft. Politisch bin ich etwas enttäuscht, denn bei den Wahlen ist nicht das herausgekommen, was ich mir eigentlich erhofft habe. Die kleineren Partien hätten etwas mehr Zuspruch verdient." Ihr Fazit: 2013 war positiv!

Susanne Zweier (49), Trossenfurt: "Sehr beeindruckt war ich 2013 von der Zivilcourage des Edward Snowden. Ich würde mir wünschen, dass Frau Merkel ihm doch Asyl gewährt. Auch wenn sie damit den großen Bruder USA ein bisschen ärgert. Ich fände es jedenfalls gut. Privat hat sich mein Mann selbstständig gemacht, was natürlich ein Abenteuer ist. Es ist aber recht gut angelaufen. Ich hoffe natürlich, dass es sich weiter gut entwickelt. Das Internet in Trossenfurt ist noch sehr lahm. Da würde ich mir schon Beschleunigung wünschen. Meine Tochter beginnt 2014 ihr Studium, mein Sohn macht Gesellenprüfung. Es soll sich alles gut entwickeln, dann wäre ich glücklich."

Tobias Steppan (28), Stettfeld: "Als Berufssoldat und somit Angestellter der Bundeswehr hat mich zum einen mein Auslandseinsatz im Kosovo bewegt. Es war mein erster Einsatz. Und genau während meines Aufenthaltes ist mein Sohn zur Welt gekommen. Mir wurde es deshalb genehmigt, zwei Wochen nach Hause zu meiner Frau und meinem Baby zu fahren. Das hat alles wunderbar funktioniert. Ich habe gemerkt, dass mein Dienstherr hinter den Soldaten steht, was ich wirklich klasse fand. Die Rückkehr war dann natürlich etwas schwierig. Aber ich habe gewusst, dass der Auftrag im Kosovo wichtig war und ist, auch wenn dem viele kritisch gegenüber stehen. Jetzt habe ich erst einmal Elternzeit bis zum 20. Januar. Ich war in Ellwangen stationiert, und mein Verband wird jetzt aufgelöst. Vielleicht komme ich ja wieder etwas näher an meinen Heimatort Stettfeld und vor allem an meine Familie heran." Aufgrund der Geburt seines Sohnes geht der Daumen "ganz klar" nach oben.

Daniela Beck (41) aus Ebelsbach: "Für meinen Verein SV Rapid Ebelsbach, in dem ich Übungsleiterin bin, war es ein gelungenes Jubiläumsjahr. Wir hatten verschiedene Veranstaltungen .... Und alle sind aufgrund der guten Zusammenarbeit aller Abteilungen sehr gelungen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Privat und beruflich läuft es auch sehr gut. Somit war es für mich ein angenehmes und entspanntes Jahr 2013. 2014 kann ruhig so weitergehen."

Gedanken machen

Michael Markert (32) aus Steinbach
: "Ohne ins Detail zu gehen: Manche Leute sollten sich Gedanken machen darüber, warum und vor allem was sie über andere Leute hinter deren Rücken reden und Gerüchte verbreiten. Der Abhörskandal war schon erschreckend. Man konnte sich zwar so etwas denken, dass es aber soweit geht, dass sogar die Kanzlerin belauscht wird, ist äußerst bedenklich. Mich persönlich berührt es nicht. Was wollen die bei mir abhören? Mein Fränkisch verstehen sie eh nicht." Er wünscht sich 2014 ebenso: Daumen hoch.