Wenn es bisher auch noch nicht feststand, so bestätigte sich doch am Dienstag: Das Traumpaar des Eltmanner Seniorenfaschings sind Andrea Neuß und Bürgermeister Michael Ziegler. Nicht nur als Prinzenpaar, sondern auch mit drei Auftritten sorgten sie für Frontalangriffe auf die Lachmuskeln. Seniorenleiterin Jutta Sender und ihr Team hatten ein buntes Programm vorbereitet und sorgten für die Bewirtung der zahlreichen Besucher.

Erstmals dabei war der neue Pfarrer Bernhard Öchsner. Er ist nicht wirklich ein Faschingsnarr, aber er genoss den Nachmittag und hatte ebenfalls eine Büttenrede vorbereitet. Gleich nach dem fröhlichen Einzug mit Musikus Lorenz Dümpert hatte er das gereimte Wort. "Im Fasching kann ich euch was sagen, sonst würde ich das nie so wagen. Steh' ich am Sonntag am Altar, da fehlt mir vorn die Christenschar. Hier sind die meisten Plätze leer, ja, ich vermisse euch dort sehr", erklärte er und suchte nach Lösungen.


Volle Bänke hinten und vorn

"Blicke ich euch zu streng an, was keiner gut vertragen kann?" Vielleicht sollte man die hinteren Bänke nicht mehr heizen, durch neuen Weihrauchduft nach vorne locken oder durch Gutscheine für Liedwünsche? Abschließend erzählte er seinen Traum bei Beginn des Gottesdienstes: "Hinten und auch vorne sind die Bänke voll. Mit Großen und mit Kleinen, mit Jungen und mit Alten, einfach toll. Und beten und singen gemeinsam mit aller Kraft. Und jeder freut sich über die Gemeinschaft."

Diakon Joachim Stapf und auch Pastoralreferentin Barbara Heinrich setzten sich in ihren Auftritten mit Überlegungen zum Rentnerdasein beziehungsweise dem Alter auseinander. Joachim Stapf freute sich: "Ich bin Rentner, ich hab Zeit" und philosophierte dann über das "zig", das durch das Leben begleitet. Barbara Heinrich stellte fest, dass im Laufe der Jahre die Gesetze der Physik ausgehebelt werden: Alles ist viel weiter entfernt als früher, die Zeitungen wählen kleinere Schrift "und auch die Spiegel sind nicht mehr das, was sie mal waren."


Mit Überraschungseffekt

Einen Vortrag mit Überraschungseffekt lieferte Gretel Pfaff als passionierte Schwimmerin ab.
Schirmherren des Nachmittags war das Prinzenpaar Nepomuk I und Andrea I, die sich ein Vorbild am Frankenfasching in Veitshöchheim nahmen. Dort waren am Montag Orden verliehen worden und so zeichnete Prinz Nepomuk Jutta Sender mit dem Faschingsorden für ihre besonderen Verdienste aus.

Dann wechselten Bürgermeister Michael Ziegler und Andrea Neuß flugs die Kostüme, um als Mutter "und der Bu" wieder zu kommen. Seit der "Geburt" verfolgen die Senioren das Leben vom "Bu", diesmal war es schon so weit, zur Erstkommunion zu gehen - natürlich mit allerlei heiteren Hindernissen, vom falschen Termin mal ganz abgesehen. Das hinderte den "Bu" aber nicht, sich beim Pfarrer ein Sonntagsgeld zu erbetteln.


Donnernder Applaus

Donnernden Applaus ernteten die beiden auch als Weinkönigin und Security-Mann und zum Abschluss als "Waltraud und Mariechen", die erst einmal die Männer im Saal unter die Lupe nahmen. Von Andrea Neuß erfuhren die Zuhörer, dass das Leben auf dem Kreuzfahrtschiff für Senioren angenehmer und sogar günstiger ist als im Seniorenheim. Den Schlusspunkt setzte Jutta Sender mit modernen Geschichten aus dem "Struwwelpeter" nach Gerlinde Hessler.

Zwischendurch brachten Musikus Lorenz Dümpert und Ellen Tonne die große Gästeschar mit einem Sitztanz in Schwung.