Ein sehr amüsantes Theaterstück bringt die Laienschauspielgruppe "Wässernachstadl Wülflingen" heuer auf die Bühne in der Wässernachhalle. Alle acht Schauspieler agieren mit großem Spielwitz und hatten sich bei der Premiere am Wochenende den Applaus redlich verdient.

Das Lustspiel "Drei Damen und ein toter Kater" aus der Feder von Erich Koch bietet gute Unterhaltung. Sind doch die Charaktere herrlich überspannt gezeichnet und eignen sich bestens, in Szene gesetzt zu werden. Hinzu kommen witzige Dialoge, die die Schauspieler zu Seitenhieben auf die Wülflinger, Haßfurter, Bucher, Wonfurter oder Zeiler nutzen und der Aufführung damit eine zusätzliche humorvolle Note verleihen. Nicht zuletzt trug das detailliert gestaltete Bühnenbild seinen Teil zu der gelungenen Premiere bei.

Damit die gespannt wartenden Zuschauer einen kleinen Einblick in die Geschichte bekamen, stellte zunächst der Butler Herbertus seine Herrschaft und sich selbst vor. "Ich diene drei Schwestern, im zehnten Jahr meiner abgelaufenen Füße", erzählte er und betonte, dass diese drei "Dämlichkeiten" so ihre Eigenarten hätten. "Miriam ist verliebt in mich, aber ich kann sie nicht heiraten, denn dann bekäme ich für dieselbe Arbeit ja keinen Lohn mehr", scherzte er. "Isolde ist der schwierigste Teil der Schwestern. Sie hört nicht mehr gut und glaubt, dass ihr Kater noch lebt. Manchmal miaut sie sogar! Lioba wiederum ist mannstoll. Sie sehen, ich habe es nicht leicht hier", fuhr er fort. "Weil sie alle auf der Suche nach einem Mann sind, vermieten sie ein Zimmer in ihrem Haus, um Männer anzulocken. Was dann passiert, können Sie nun selbst erleben." In der Tat gehen in dem Haus seltsame Dinge vor.


Missverständnisse

Die Absichten des neuen Untermieters, einer Pflegerin und ihres Bräutigams, wild auflodernde Liebesgefühle, Missverständnisse zuhauf und ein vermeintlicher Kriminalfall verweben sich in der Handlung, die spannend aufgebaut ist und immer wieder zum Lachen animiert. Jochen Glöckner gibt gekonnt den diskreten, standesbewussten, "des Deutschen mächtigen" Butler, der angesichts seiner anstrengenden Herrschaft schon mal dem Whisky zuspricht. Wunderbar, wie er diese tragende Rolle ausfüllt, Mimik, und Gestik dezent, aber wirkungsvoll einsetzt und in dem "Irrenhaus" die Contenance behält! Margot Kalmbach überzeugt als bissige und neidische Schwester, die einfach keinen geeigneten Mann findet.

Zur Hochform laufen Andrea Scheller als Miriam und Carola Wagenhäuser als Isolde auf. Beide spielen ihre Rollen teils im sprichwörtlichen Sinn des Wortes umwerfend und setzen ihre Fähigkeiten hervorragend ein. Daniel Burger hat zwar nur wenige Auftritte als fast blinder und lispelnder Isidor. Doch diese Rolle meistert er mit Hingabe. Stefan Lang gefällt als Untermieter Albert, der sich dem "Charme" seiner Vermieterinnen kaum zu entziehen weiß, und Judith Wagenhäuser sowie Matthias Pencz vervollkommnen die überzeugende Theatergruppe, die zwischendurch und am Ende der Aufführung als Lohn reichlich Beifall erhielt.