Kurze Rast für die Beiden am Burger-King. 15 bis 16 Stunden am Tag sind die Besatzungen oft unterwegs: Die Fahrerin eines Bereitschaftsarztes des KVD-Bereitschaftsdienstes hat den Humor nicht verloren, "ja wir sind der Corona-Express!", feixt sie. Im Bereich Main-Rhön müssen sie Proben nehmen, da kommt man durch die Gegend. In der Godelstatt deutet die junge Frau auf die vielen Autos: "Die sind bestimmt nicht alle nur wegen dem Einkauf unterwegs. Ich versteh' es nicht! Die Leute haben den Ernst der Lage nicht erkannt! - Schreiben Sie, die Leute sollen zuhause bleiben: Bitte, bitte bleibt zuhause!"

"Denn wenn es so wird wie in Italien... Triage?!" Die strukturierte Einstufung nach Kranken, denen quasi eh nicht mehr zu helfen ist, sieht sie als greifbare Folge.

Schlimme Lage

Die Katastrophe ist am Mittwoch auch über die Geschäftswelt hereingebrochen. Hachem Farmand von "Aktionskreis Haßfurt Aktiv", dem Werbering, weiß: "Das geht an die Substanz."

Klare Worte auch von Zweitem Bürgermeister in Haßfurt und Geschäftsmann Michael Schlegelmilch."Es ist katastrophal. Es weiß keiner, was rauskommt. Man macht pro Tag einen Umsatz, was übrig bleibt, davon werden erst einmal Mitarbeiter, Stromrechnung und Lieferanten bezahlt. Warenlieferungen müssen bezahlt werden. Man kann zwar Anträge stellen, aber was dann kommt, weiß man nicht. Und einfach Kurzarbeit für die Mitarbeiter einzuführen, das geht doch auch nicht so einfach. Jeder hat seine Verpflichtungen zu bedienen, jeder plant mit seinem Geld."

Beratung und Verkauf am Telefon

Schlegelmilch hat für seinen "Expert"-Markt erst einmal beschlossen, dass die Mitarbeiter in den nächsten 14 Tagen zur Arbeit kommen. Hier gibt es auch Arbeit hinter den Kulissen. Man kann sich beraten lassen, betont Schlegelmilch, kann das Gebrauchte bestellen, und auch die Werkstatt arbeitet. Ob Waschmaschine oder TV, das alles kann ausgesucht und angeschlossen oder repariert werden. "Der Kunde ist nicht alleine", sagt Michael Schlegelmilch.

Im Blick auf die ganze Geschäftswelt im Landkreis bilanziert er, "das Schlimmste wäre, wenn die Krise vorüber wäre und es 50 Prozent weniger Handelsbetriebe vor Ort gäbe".