Am Wochenende hat er sein Management ausgetauscht, am Montagabend ist er in eine neue, ungewohnte Rolle geschlüpft (vom Trainer zum Zuschauer), am Dienstag hat er den Friseur gewechselt. Eine Woche der Überraschungen liegt hinter dem Star-Trainer von Brose Bamberg, Andrea Trinchieri (48). Eine davon führte den Italiener auch nach Ebern. Und das kam so...


Gleiche Muttersprache

Nach dem Montagsspiel und
-sieg gegen Gießen, bei dem Trinchieri seinem Co-Trainer das Coaching überlassen hatte, traf er im Anschluss im VIP-Bereich auf Tomi Gaspic, Friseur in Ebern.

Die beiden waren sich sofort sympathisch, weil sie eine Gemeinsamkeit verbindet: Beide haben kroatische Wurzeln, weswegen sie sich auch bestens unterhielten - auf kroatisch, der Sprache von Andrea Trinchieris Mutter.

Und dabei ging's auch um die Haarpracht. "Und ich staunte nicht schlecht, als er am nächsten Morgen tatsächlich pünktlich um 9 Uhr bei uns in den Salon spazierte." Zuvor hatte schon ein treuer Brose-Fan bei der Vorbeifahrt den prominenten Kunden vor dem Salon erkannt.

"Er wollte nur die Spitzen geschnitten haben und war danach sehr zufrieden, weswegen er jetzt öfter kommen will", erzählte Tomi, der regelmäßig Basketball-Spiele in Bamberg besucht, vom Blitzbesuch der Neukundschaft. Auch für seinen Co-Trainer habe er schon einen Termin vereinbart. "Seinen Schnitt hat er wie ein ganz normaler Kunde bezahlt."

Besonders hat Trinchieri die familiäre Atmosphäre beeindruckt. "Er hat mit sich mit meiner Frau Anna gleich verstanden und viel von seinen Kinder erzählt, die ja in Mailand leben. Und der Cappuccino hat ihm auch geschmeckt."


Über den TSV Breitengüßbach

Den Kontakt zu Trinchieri knüpfte ein Landsmann von Tomi Gaspic: Ivan Djerman, der bis Ende letzter Saison Basketball beim TSV Breitengüßbach spielte und dort auch Nachwuchsmannschaften betreute.

Über ein Talent aus Heubach und kroatische Verbundenheit entstand so eine enge Freundschaft. Djerman, der in Breitengüßbach lebt, ist mittlerweile ins Brose-Organisationsteam aufgerückt und hat so dem Friseur aus Ebern die VIP-Karten besorgt und mit Trinchieri bekannt gemacht.

"Als ich ihm erzählt hab', dass ich Friseur bin, sagte er spontan, dass er vorbei kommt. Aber ich dachte doch nicht, dass das gleich am nächsten Tag passiert." Zumal sich Trinchieri erst einmal erklären ließ, wo Ebern überhaupt liegt. "Aber, dann hat er sich daran erinnert, dass er wegen seines Autos schon in Ebern gewesen war", erzählt Tomi. Trinchieri fährt einen Audi.


Frisch geschnitten zum OB

Nach dem Haar-Styling in Ebern wartete auf Trinchieri und sein Team gleich ein wichtiger (Foto-)Termin: Der Eintrag ins goldene Buch der Stadt Bamberg als Pokalgewinner 2017.
Regelmäßiger Stammgast in einem Eberner Opel-Autohaus ist auch Ex-Brose- und Nationalspieler Yassin Idbihi, der nun auch im Nachwuchs-Betreuer-stab des Basketballmeisters aus Bamberg tätig ist, wegen seines Modells.

Und noch mehr Profi-Basketballer des deutschen Meisters und aktuellen Pokalsiegers könnten demnächst nach Ebern kommen: Peppo Poli, seit zwei Jahren Dauerkarten-Besitzer und Stammgast bei den Heimspielen in der Brose-Arena, plant schon länger eine Einladung, in sein Restaurant - zumindest für die vielen italienischen Landsleute im Kader des Erfolgsteams, worüber er schon mit Brose-Manager Rolf Beyer gesprochen hat. "Ich fahr' sie selber raus."

Unter der Vielzahl von Brose-Fans in Ebern und dem Umland gibt es auch Bestrebungen, einen monatlichen Basketball-Stammtisch in Ebern zu etablieren.