Lußberg"50 Jahre SC Lußberg-Rudendorf, das sind 50 Jahre Geschichte, das ist Jugendarbeit, das ist Sozialarbeit, das ist Integration, das sind Freude und Sport." Das betonte Landrat Wilhelm Schneider bei der Festveranstaltung 50 Jahre SC Lußberg-Rudendorf vor den Gründungsmitgliedern und zahlreichen Gästen. Dabei sei es dem Verein gelungen, "über diese Zeit hinweg ein lebendiges und attraktives Vereinsleben zu erhalten und immer wieder junge Menschen neu für den Fußballsport zu gewinnen".
SC-Vorsitzender Matthias Fischer gab seiner Freude Ausdruck, dass der Verein dieses Jubiläum feiern dürfe. Alle könnten stolz darauf sein, was man in den letzten 50 Jahren geschafft und erreicht habe. Natürlich sei die Geschichte des Vereins auch mit dem einen oder anderen Stolperstein versehen, aber man wolle an einem solchen Tag mehr in die Zukunft schauen. Der SC sei in dieser Saison zwar nicht aufgestiegen, könne aber auf die beste Abwehr der Liga blicken.


38 Gründungsmitglieder

Schirmherrin Bürgermeisterin Gertrud Bühl (FW) erinnerte an das Gründungsjahr 1967, als das Farbfernsehen in Deutschland eingeführt wurde und in Kapstadt die erste erfolgreiche Herztransplantation gelang. Genau zu dieser Zeit hätten sich 35 Männer und drei Frauen aus den zu dieser Zeit noch selbstständigen Lautergrund-Gemeinden Lußberg und Rudendorf getroffen, um einen Fußballverein zu gründen. Sehr schnell sei ein Fußballplatz am Rennweg gefunden worden. 20 Jahre später hätten die Verantwortlichen dann ein neues Rasenspielfeld mitten in der Ortschaft in Angriff genommen. Wieder 20 Jahre später, kurz vor dem 40-jährigen Jubiläum, habe der SC ein schmuckes Sportheim mit viel Eigenleistung erstellt.
Sportlich, so die Bürgermeisterin, sei dem kleinen Verein große Anerkennung zu zollen. Von Beginn an wurde vorbildliche Jugendarbeit geleistet und Erfolgsgeschichte schrieb die erste Herrenmannschaft, welcher zeitweise sogar der Aufstieg in die Kreisklasse gelang, während man jetzt wieder in der A-Klasse kicke.
Jeder wisse, wie schwer es sei, Frauen und Männer zu finden, die bereit seien, Verantwortung an vorderster Stelle zu übernehmen. Einen Sportverein zu leiten, sei eine sehr zeitaufwendige Aufgabe, da man sich um den Spielbetrieb und die Spieler, aber auch um den Wirtschaftsbetrieb und Veranstaltungen kümmern müsse. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer könne ein solcher Verein nicht funktionieren. Sie wünschte, dass der SC-Lußberg-Rudendorf weiterhin mehr als ein Sportverein und viel mehr auch ein gutes Stück Heimat sei.
Landrat Wilhelm Schneider bezeichnete den Sportclub al "Institution", fest verwurzelt und aus Lußberg und der Gemeinde Breitbrunn nicht mehr wegzudenken. Er sei auch ein Ankerplatz, an dem man beruhigt "anlegen", Freundschaften pflegen sowie Gemeinschaft suchen und finden könne. Der Fußballsport verbinde und schließe zusammen. Das sehe man auch an der Mitgliederstatistik, wo das jüngste Mitglied gerade einmal acht und das älteste Mitglied 84 Jahre alt sei.
Leider verschone der demografische Wandel auch die Sportvereine nicht. Weniger Kinder, weniger Einwohner, dafür mehr alte Menschen, darauf müssten sich die Vereine mit ihrem Angebot einstellen. Mit der Gründung von Spielgemeinschaften im Jugendbereich mit den Nachbarvereinen Kirchlauter, Hermannsberg, Neubrunn, Stettfeld und Eltmann seien hier die Weichen rechtzeitig gestellt worden.


Hervorragende Voraussetzungen

Landrat Schneider zollte großen Respekt für den Vereins, der seit fünf Jahrzehnten das gesellschaftliche und sportliche Leben in den Dörfern im Lautergrund mitpräge. Der Verein habe aber auch eine motivierte Vorstandschaft und das sei eine hervorragende Voraussetzung, um erfolgreich die nächsten Jahre und Jahrzehnte bestehen zu können.
BLSV-Bezirksvorsitzender


Politik an Vereinen vorbei

Günther Jackl ging in seinem Grußwort auf die aktuelle Entwicklung in den Sportvereinen ein, für die sich die Zeiten geändert hätten. Er nahm dabei aber auch die Verbände nicht in Schutz, die oftmals eine Politik an den Vereinen vorbei machten. Er habe gerne sein Ohr an der Basis, um dann in Würzburg oder München die Anliegen der Vereine anzusprechen und ihnen zu helfen.
Ganz dramatisch berichtete er von einem Verein aus Oberfranken mit 360 Mitgliedern, in dem ein Mann mit 65 Jahren alle Vorstandsämter innehabe, zur Hauptversammlung nur 22 Mitglieder gekommen seien und davon die Hälfte schon über 70 Jahre alt war. Auch im Landkreis Haßberge habe man bereits 15 Vereine, in denen man die Satzung änderte und mit einem Team, aber durchaus mit Erfolg, den Verein führe. Er lobte aber auch die Unterstützung im eigenen Umfeld, wo der Landkreis den Vereinen jährlich 35 000 Euro zur Verfügung stelle.
Der Kreis-Ehrenamtsbeauftragte des Bayerischen Fußballverbands, Edgar Hederich, zeigte die Entwicklung des Vereins in spielerischer Hinsicht, aber auch beim Bau der Sportstätten und des Vereinsheimes auf. Den Gründungsmitgliedern überreichte er die Ehrenurkunde des Bayerischen Fußballverbandes. Diese erhielten: Hugo Goldbach, Leo Hofmann, Johann Hofmann, Elmar Hofmann, Hubertus Schmitt, Helmut Wolf, Walter Schöpplein, Bernhard Schor, Andreas Schor, Richard Weidmann, Manfred Will und Herbert Will.
Grußworte sprachen außerdem: Frank Bühl vom TSV Limbach für die Schiedsrichtergruppe Haßberge, die Nachbarvereine Stefan Riegel (Patenverein SC Stettfeld), Marco Benz (VfR Hermannsberg-Breitbrunn), Christoph Gockler (VfR Kirchlauter).
Winfried Schnitzer moderierte die Festveranstaltung und H. Schonath sorgte für die musikalische Unterhaltung.
Vom Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Juni, findet das Festwochenende statt. Dabei spielen am Freitag 9. Juni, die Gruppe "The Hunter" und als Top-Act die "Volxliga", am Samstag den 10. Juni rockt "Heaven" und am Sonntag ist Festausklang mit den "Köhlertaler Musikanten" und der "Stettfelder Blasmusik".