Stockheim  — Das ehemalige Pförtnerhaus der Katharinazeche, besser bekannt als Lampenstube, ist vor einhundert Jahren erbaut worden. Seit über 30 Jahren dient dieses historisch bedeutsame Gebäude in unmittelbarer Nähe der bergmännischen Rentei von 1847 als beliebter Treffpunkt für die ehemaligen Bergleute im Stockheimer Knappenverein.

Nachdem das Gebäude in die Jahre gekommen war, hatte sich der 160 Mitglieder starke Knappenverein zu einer umfassenden Sanierung entschlossen. Unter der Leitung von Knappenvorsitzendem Heiko Eisenbeiß sind einige Hundert Stunden in ehrenamtlicher Arbeit geleistet worden. Besonders wurde der Außenputz gänzlich erneuert. Rund um das Gebäude erfolgten arbeitsintensive Drainage- und Entfeuchtungsarbeiten.

Mit Bild verziert

Zum Bautrupp zählten Rembert Müller, Albrecht Renk, Detlef Heublein, Sven Eisenbeiß und Dieter Förtsch. Zusätzlich hat der Stockheimer Hobbymaler Harald Popig sehr zeitaufwendig auf der Ostseite ein farbenfrohes Bild der ehemaligen Katharinazeche in der Größe zwei auf 1,40 Meter angebracht.

Seit vier Jahren befindet sich im Dachbereich die uralte Bergmannsglocke, die Pfarrer Hans-Michael Dinkel anlässlich der Barbarafeier 2016 segnete. Den Festakt umrahmte in würdiger Weise die Bergmannskapelle. Schließlich ist die Lampenstube jährlich der Ausgangspunkt der großen Bergparade. Dazu ertönt die Bergmannsglocke, bedient vom ehemaligen Bergmann Willi Müller. Auch die bergmännischen Rundwanderwege beginnen ab der Lampenstube.

Beim Bau im Jahr 1920 befand sich die Katharinazeche in einem Zwischenhoch. Der Energiehunger nach dem Ersten Weltkrieg beflügelte die örtlichen Aktivitäten. Rund um die Uhr schufteten 527 Bergleute. Sie förderten 63 067 Tonnen Kohle. Doch bereits ein Jahr später kam für 165 Arbeiter das Aus. Und es kriselte weiter. Die endgültige Einstellung der Arbeiten auf Zeche Katharina erfolgte am 1. April 1927. Erst drei Jahre später begann eine zaghafte Wiederaufnahme der Förderung. Mit der Gründung der Bergbaugesellschaft am 30. August 1935 begann eine neue Ära im Haßlachtal.

So auch optisch, denn das Bergwerk erhielt einen 18 Meter hohen Förderturm aus Holz, konzipiert von Baumeister Georg Detsch aus Haig. Nun war man in der Lage, aus 140 Meter Tiefe den schwarzen Bodenschatz zu fördern. Nachdem die Nazis das Projekt "Stockheim" maßgeblich unterstützt hatten, hieß das Bergwerk bis 1945 vorübergehend "Paul-Müller-Schacht", benannt nach dem seinerzeitigen Kronacher NSDAP-Kreisleiter. Die Holzkonstruktion wurde 1958 durch einen 30 Meter hohen Stahlförderturm ersetzt. Man war nun in der Lager, in über 300 Meter Tiefe Steinkohle abzubauen.

Von der in den 60er Jahren aufkommenden Kohlenkrise - im Ruhrgebiet befanden sich einst 173 Zechen - blieb auch Stockheim nicht verschont. Die endgültige Stilllegung am 31. März 1968 unter Bergingenieur Rudolf Rossmann setzte einen Schlussstrich unter 400 Jahre Steinkohlenbergbau in Stockheim, Reitsch und Neuhaus. Im Gegensatz zum Kohlenpott befand sich in Stockheim keine Tonne Kohle auf Halde.

Fakt ist, der Steinkohlenbergbau hatte einst eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Menschen im Frankenwald sowie im angrenzenden Thüringer Land. Von 1935 bis 1968 fanden an die 1500 Männer auf der Zeche St. Katharina Arbeit und Brot. Knappenverein, Bergmannskapelle sowie der Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim-Neuhaus setzen die bergmännische Tradition fort.