Der Lockdown trifft den Zirkus Lauenburger aus Lohr am Main, der seit 13 Jahren sein Winterquartier in Wonfurt aufschlägt, hart. Wir haben mit Zirkuschef André Lauenburger gesprochen, wie er sich mit seiner Familie über Wasser hält und was es mit seinem Schulprojekt auf sich hat.

Können Sie irgendwelche Vorstellungen zurzeit machen?

Lauenburger: Wir haben es versucht. Wir wollten über die Weihnachtszeit Weihnachtszirkus machen. Der ist aber seit dem 2. Dezember abgesagt.

Bekommen Sie eine Unterstützung vom Staat?

Nicht wirklich. Die Hilfe richtet sich nach dem Einkommen des letzten Novembers. Nur: Letztes Jahr im November waren wir schon im Winterquartier. Da war das Einkommen gleich null. Wir haben das Glück, dass wir hier seit 13 Jahren das Winterquartier haben und die Leute uns kennen und unterstützen. Wir hatten im Sommer bei den Vorstellungen immer ein Schild aufgestellt, dass wir ein Winterquartier suchen. Der damalige Bürgermeister hat uns das ermöglicht und der jetzige Bürgermeister, Herr Baunacher, hat das übernommen. Durch die Schulprojekte kennen uns auch viele Eltern, die uns unterstützen. Drei Familienmitglieder haben Mini-Jobs angenommen. Hartz IV wollten wir nicht anmelden. Da ist mir der Papierkrieg zu groß. Im Frühjahr haben wir die Corona-Soforthilfe bekommen. Aber wir haben ja Geld und Zeit in die Saisonvorbereitung gesteckt und konnten dann gar nicht antreten.

Sie bieten ein "schulpädagogisches Projekt" an. Was heißt das?

Das ist unser Standbein. Wir kommen an die Schulen und trainieren mit den Kindern eine Woche lang etwas ein, wie zum Beispiel Teller drehen, Akrobatik oder Jonglieren. Clowns sind auch dabei. Am Ende der Woche kann man das Erlernte bei uns im Zirkus seinen Eltern, Verwandten und Freunden zeigen.

Haben Sie Tiere zu versorgen?

Nicht mehr viel. Wir haben noch ein paar Ziegen und Haustiere wie Hunde. Das ist unser Glück, dass wir den Tierbestand in den letzten Jahren heruntergefahren haben. Denn die Versorgung ist aufwendig. Meine Hoffnung ist, dass bald geimpft wird und wir wieder auftreten können.

Das Gespräch führte unser

Mitarbeiter Martin Schweiger