"Und was kann man dann tun", fragte Anke Kraasz (BN) in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats Heiligenstadt in die Runde. Doch es gab keine Antwort. Thema war der offene Brief von Klaus Büttner und Dieter Kättner zum Thema "Verkehrslärmbelästigung und Verkehrsrowdytum in der Fränkischen Schweiz".
Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) merkte an, dass die Marktgemeinderäte den Brief noch gar nicht erhalten hatten und informierte sie über die Verkehrsschau mit dem Landratsamt Bamberg, der Polizei, dem Straßenbauamt und einigen Anliegern der Wischbergstraße und von Zoggendorf. "Das ist eine Staatsstraße. Da entscheidet das Staatliche Bauamt", erläuterte Krämer.
Lärmbelästigung sei vorhanden, nicht nur in Heiligenstadt. Ergebnis war, dass sowohl die Polizei als auch die Verkehrsrechtsbehörde und das Staatliche Bauamt keine weiteren Möglichkeiten sehen, die Situation zwischen Heiligenstadt und Neumühle so zu verändern, dass keine Lärmbelästigungen ausgehen. Krämer berichtete, dass Kontrollgeräte mit einem "Smiley" 3000 bis 5000 Euro pro Stück kosten würden. "Wenn wir das tun, dann brauchen wir nicht nur drei, sondern überall welche", argumentierte der Bürgermeister.
Das Ganze sei ein Thema des Bundes, der es zulässt, dass Motorradfahrer Auspuffklappen umlegen dürften, damit diese richtig Lärm machten. Helmut Krämer sieht keine Möglichkeit, etwas zu tun. Bernd Büttner (BN) schlug vor, wenigstens ein paar Kontrollgeräte zu beschaffen. "Mir haben Bürger erzählt, dass die Smileys Wunder wirken. Und wir zeigen, dass wir etwas tun", sagte Büttner.
Dieter Friedrich schätzte, dass zehn Prozent der Motorradfahrer "einen Schatten weghaben" und nur Kontrollen helfen. Helmut Krämer bestätigte: "Das sagt auch die Polizei." Allerdings habe die zu wenig Personal. Johannes Harrer (CSU) meinte, dass ein Smiley-Gerät nur kurze Zeit Wirkung zeige, deshalb solle man das eine Gerät, das die Gemeinde bereits habe, ständig versetzen.
Anke Kraasz fragte, was die Anwohner tun könnten. "Da fühlt man sich als Bürger ziemlich machtlos", befand sie. Außerdem schlug sie vor, ob man an den Ortseingängen nicht Querungshilfen anbringen könne. Bürgermeister Krämer erklärte, dass man das Problem nicht im Sitzungssaal klären könne; der Bund müsse etwas tun.