"Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung unserer Einwohner ist (...) eine Kernaufgabe unserer Kommune." Der Zapfendorfer Marktgemeinderat beschäftigte sich bei seiner jüngsten Sitzung wieder einmal mit dem geplanten Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Ein Antrag der Fraktionen CSU und ZuZ (Zukunft Zapfendorf) will hier endlich Druck machen, denn die Lage ist ernst.

Der anfangs zitierte Satz macht den Auftakt im gemeinschaftlichen Antrag der beiden Fraktionen. Viel zu erklären gebe es dazu nicht, meinte Zweite Bürgermeisterin Sabine Köhlerschmidt (CSU) - der Antrag enthalte alles Wesentliche.

Was fordern die Fraktionen konkret? Nicht weiterverfolgt werden soll der Antrag vom Vereinten Umland aus dem vergangenen Jahr, für das Gelände einen Bebauungsplan aufzustellen und es an Dritte zu veräußern. Zudem sollen erneut mit den allgemeinärztlichen Praxen in der Gemeinde Gespräche geführt werden und die Gemeindeverwaltung soll prüfen, mit welchen Maßnahmen die Ansiedlung neuer Ärzte unterstützt werden könnte. Auch der erneute Kontakt zu Investoren soll gesucht werden, sogar unter der Prämisse, dass die Gemeinde selbst als Ankermieter für das MVZ auftreten könnte. Bis Ende April 2021 soll Bürgermeister Michael Senger dann dem Gemeinderat wieder berichten.

"Wir brauchen die Arztsitze"

Senger erklärte, dass der Antrag generell zu unterstützen sei. Das Problem sei bisher die mangelnde Bereitschaft der ansässigen Ärzte gewesen. Die Einbeziehung von Kliniken wie der Juraklinik aus Scheßlitz sei wohl nicht möglich, da auch dort Ärztemangel herrsche. Ein neuer möglicher Investor sei angesprochen worden; er könnte sich auf dem Gelände betreutes Wohnen vorstellen und würde möglicherweise auch einen Teilbereich für Praxen freilassen. Das Konzept könne er in einer der kommenden Sitzungen vorstellen.

Wie brenzlig die Situation ist, wurde in der Diskussion deutlich. "Unsere Ärzte gehen bald in Rente", meinte Köhlerschmidt.

Mona Bahr (ZuZ) erklärte, man dürfe das MVZ nicht allein am Hofmann-Gelände festmachen, auch andere Standorte kämen infrage.

Ein flammendes Plädoyer für ein Aktivwerden der Kommune hielt Klara Ott (CSU): "Wir haben hier ein Problem, das wir nicht auf die lange Bank schieben dürfen. Denn wenn die hiesigen Ärzte ihre Praxen schließen, könnten wir die Arztsitze verlieren." Somit dürfe sich die Kommune nicht mehr rausnehmen. "Wir brauchen die vier Arztsitze, um unsere 5000 Einwohner versorgen zu können. Dass sie alle von Praxen in der Umgebung aufgenommen werden können, ist unrealistisch", erklärte Ott.

Gespräch mit neuem Investor

Gescheitert ist das MVZ-Projekt bisher an den fehlenden Mietern. Zwar hatte die Gewobau, die auch in Rattelsdorf das Ärztehaus errichtet hat, bereits zwei der drei notwendigen Ankermieter gefunden, einer fehlte jedoch. Bürgermeister Senger schlug daher vor, erneut mit der Gewobau und auch dem neuen Investor, der betreutes Wohnen plant, in Gespräche zu gehen. Dies wurde dann, zusammen mit dem CSU-/ZuZ-Antrag, einstimmig so beschlossen.

Auf der Tagesordnung stand noch ein weiterer Antrag der Fraktionen CSU und ZuZ. Dabei ging es um Verbesserungen und Sanierungen auf dem Friedhof. Bürgermeister Senger erklärte, er habe bereits mit dem im Antrag genannten Friedhofsplaner aus Nürnberg gesprochen. Dieser sei bereit, im Frühjahr für eine Begehung zu kommen und Ideen im Gemeinderat vorzustellen.

Gemeinderat Andreas Hofmann (ZuZ) meinte, vielleicht ließe sich auch früher ein Termin am Freitagnachmittag oder Samstag finden. "Viele Bürger beschweren sich über den Zustand unseres Friedhofs. Wir müssen zeigen, dass wir das verstanden haben." Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, den Friedhofsplaner anzusprechen und einzuladen.

Der Gemeinderat gab auch die Bedarfsmeldung für die Städtebauförderung 2021 ab. Enthalten sind die Projekte "Mobilstation am Bahnhof", "Scheune Ziegelhöfer" und "Hofmann-Gelände".

Am Bahnhof soll im Sommer 2021 die Mobilstation durch den Landkreis Bamberg errichtet werden, die Gemeinde könnte in diesem Rahmen die Flächen im Bereich der ehemaligen Fahrradabstellanlage überarbeiten.

Zuschuss für St. Laurentius

Bewilligt wurde ein Zuschussantrag der katholischen Filialkirchenstiftung St. Laurentius aus Oberleiterbach. Diese möchte eine Toilette und einen Abstellraum an die Kirche anbauen. Die Kosten belaufen sich auf 30 000 Euro. Die Gemeinde übernimmt zehn Prozent der ungedeckten Kosten, maximal 1050 Euro. 19 500 Euro bekommt die Kirchenstiftung von der Erzdiözese Bamberg.