Gerhard Deutschmann "Amerikanische Träume" war das Motto dieses Konzerts, welches bis auf eine Ausnahme Werke der wichtigsten amerikanischen Komponisten enthielt.

Wegen einer Verletzung des Tenorsaxofonisten Edoardo Zotti, für den Koryun Asatryan einsprang, musste das Programm, welches ursprünglich auch eine Violine vorsah, geändert werden. Zusammen mit Claus Hierluksch (Sopran-), Ricarda Fuss (Alt-) und Jure Knez (Baritonsaxofon) beeindruckte das Quartett mit hoher Virtuosität, farbenreichem Klang und nahtlosem Zusammenspiel. Dazu gab es interessante und lehrreiche Informationen über die Entstehungsgeschichte und Weiterentwicklung des heute in vielen Musikarten verwendeten Instruments.

Das Konzert begann mit einem Werk des noch lebenden Minimalisten Steve Reich, dessen Komposition "New York Counterpoint" mit ständig wiederholten, wechselnden Ostinati und zugeschaltetem Sampler den Pulsschlag der Großstadt einzufangen versucht. Mit der präzisen Wiedergabe dieser Klangstudie gab das Arcis Quartett eine vorzügliche Visitenkarte ab.

Antonin Dvorák, der mehrere Jahre in den USA verbrachte, ließ sich in einer Reihe dort entstandener Kompositionen von der Pentatonik der schwarzen Bevölkerung inspirieren, wie auch in seinem Streichquartett F-Dur, welches deshalb auch als "Amerikanisches Quartett" bezeichnet wird.

Bernstein und Gershwin

Dieses Werk mit allen vier Sätzen nun von einem Saxofonquartett zu hören, bedurfte zuerst einmal einer Gewöhnungsphase, bevor man das neue Klanggewand akzeptierte und feststellte, dass ja auch die Saxofone eine große Ausdrucksskala besitzen und über eine reiche dynamische Palette verfügen. Allenfalls können die leicht schrillen hohen Töne des Sopransaxofons gelegentlich etwas störend wirken. Ansonsten wurde das dankbare Werk stimmungsvoll, mit vielen Klangnuancen, spritzig und musikantisch wiedergegeben.

Perfekt für Saxofone geeignet ist natürlich die "Westside Story" von Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstags man in diesem Jahr gedenkt. In einem raffinierten, jazzigen Arrangement spielte das Arcis Quartett brillant und einfühlsam eine reichhaltige Suite, wo die bekannten "Schlager" Mambo, Maria, Tonight, I feel pretty und America nicht fehlen durften.

Das "klassische" Saxofon kam noch einmal zur Geltung in einer gelungenen Saxofon-Fassung des feierlichen "Adagio" für Streicher von Samuel Barber. Krönung und Höhepunkt des Abends war die "Porgy and Bess"-Suite von George Gershwin in dem harmonisch eigenständigen, anspruchsvollen Arrangement von Sylvain Dedenon, welches das Arcis Quartett mitreißend und hochvirtuos interpretierte. Als Zugabe nach begeistertem Beifall erlebten die Zuhörer noch den quirligen 4. Satz "Ugros" aus "Alte ungarische Tänze" von Ferenc Farkas.