Das umfangreiche Verfahren zum Erlass einer sogenannten Einbeziehungssatzung stellte für Gerachs amtierenden Bürgermeister Sascha Günther (CSU) eine Premiere dar. Beweggrund war die Eingliederung eines bisher im westlichen Außenbereich des Altortes liegenden Wiesengrundstückes (Fl.-Nr. 453). Aufwendig, aber auch notwendig war das Ablesen der Stellungnahmen von "Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange".

Erinnerungen zu dem Vorhaben übersandte der Bayerische Bauernverband, nämlich, dass sich in nächster Nachbarschaft des Grundstücks eine land- und forstwirtschaftlich genutzte Maschinenhalle mit Fahrsiloanlage und Güllegrube befindet. Somit stellte die Interessensvertretung der bayerischen Landwirtschaft fest, dass "etwaige Lärm- und Geruchsbelästigungen hinzunehmen und entschädigungslos zu dulden sind"; dies könne gerade zur Erntezeit auch während der Abendstunden oder an Sonn- und Feiertagen eintreffen. Diese Anmerkungen wurden in den Punkt Immissionsschutz aufgenommen.

Auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verwies auf das westlich vom fraglichen Grundstück gelegene Gebäude eines Vollerwerbslandwirts und fokussierte die gelegentliche Geruchsemission aufgrund der vorhandenen Silos und Güllegrube.

Keine Altlasten im Boden

Schließlich definierte das Gremium, dass es sich mit Blick auf den Flächennutzungsplan um ein Dorfgebiet handele, in das das Flurstück 453 eingegliedert werden soll. Bezüglich des Bodenschutzes sei auf dem Grundstück mit keinen Altlasten zu rechnen. Weder vonseiten des Wasserrechts noch der Abwasserentsorgung gebe es Bedenken, sei doch letztere auf 1500 Einwohner ausgelegt. Als Empfehlung wurde den Eigentümern angeraten, für die Niederschlagswasserentsorgung eine Zisterne anzulegen.

Nach Kenntnisnahme sämtlicher Anmerkungen waren sich die Geracher Gemeinderäte schließlich in allen Punkten einig und fassten eigenverantwortlich im Rahmen ihrer Planungshoheit die entsprechenden Beschlüsse. Es folgte der Auftrag an die Verwaltung, die Einbeziehungssatzung unter dem aktuellen Datum ortsüblich bekannt zu machen.