Unzweifelhaft sind Land- und Forstwirte auf die Unterstützung der Jägerschaft angewiesen. Jetzt setzt der Bayerische Bauernverband Kreis Coburg (BBV) ein Zeichen und macht sich für den Verbrauch für Wildbret stark. So wird es am 29. September im Gustav-Dietrich-Haus einen "Wild-Grillkurs" geben.

Mit einem "Wildgrillen" eröffnete der Vorstand des BBV die Kampagne. Wie Kreisobmann Martin Flohrschütz vor Augen führte, ist Wildfleisch ein heimisches Produkt und muss nicht über lange Strecken "herangekarrt" werden. In einer Erklärung des BBV heißt es: "Wer Wildfleisch isst, schützt den Wald".

Flohrschütz führte dazu aus, dass die regionale Verwertung des erlegten Wildes als erstklassiges Lebensmittel eine wichtige Säule einer nachhaltigen Jagd sei. Wildbret lokal zu verwerten, sei die wesentliche Motivation für Jäger, die Höhe des Wildbestands den landeskulturellen Verhältnissen anzupassen. "Gerade jetzt kann intensive Bejagung des Reh-, Rot- und Gamswildes die Verjüngung des Waldes auf den vielen neuen Schadflächen, die durch Dürre, Stürme und Borkenkäfer entstanden sind, entscheidend unterstützen", sagte der BBV-Obmann.

Gefahren verringern

Was für die Familie der Hirsche zutreffe, gelte für Wildschweine gleichermaßen. Hier sei laut Flohrschütz eine Reduktion der Bestände unbedingt notwendig, um das Risiko des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest, sowie die Gefahr von Wildschäden und Verkehrsunfällen wirksam zu verringern. Dies funktioniere aber nur, wenn die Jäger eine Möglichkeit haben, das erlegte Wild wirtschaftlich zu verwerten. "Jede Familie, die Wild aus heimischen Jagdrevieren auf seinen Speiseplan setzt, leistet einen wichtigen Beitrag für unsere Landeskultur", betonte Flohrschütz. Der BBV fordert die Bevölkerung auf, mitzuhelfen, die vielen Funktionen zu erhalten, die der Wald für Mensch und Natur erfüllt.

Noch spielt Wild auf dem deutschen Speiseplan eine untergeordnete Rolle. Statistisch gesehen verspeist jeder Deutsche jährlich rund 450 Gramm Wildbret. Der Fleischkonsum von rund 60 Kilogramm pro Jahr lässt den Genuss von Wild verschwindenden gering erscheinen.

"Dabei ist die Zubereitung von dieser Fleischart kein Kunststück", betont Kirsten Schwarm, die den Grillkurs im September leiten wird. Die Agraringenieurin erläutert, dass es in den vergangenen Jahren immer beliebter wurde, Steaks, Burger oder Würste vom Wild auf dem Grill zuzubereiten. "Dieser Trend setzt spiegelt sich in der steigenden Anzahl von Büchern und Tipps mit köstlichen Rezepten wider", sagte Schwarm.

Wer Frischware aus heimischen Revieren kaufen will, dem empfiehlt der BBV, sich an Jäger, Forstbetriebe oder den örtlichen Metzger zu wenden. Eine Auswahl von Rezepten gibt es auch im Internet unter www.baysf.de.