Lebensläufe von Menschen erleben Brüche: Träume zerbrechen, Hoffnungen platzen wie Seifenblasen, Erwartungen werden enttäuscht, Lebenspläne werden durchkreuzt. Solche Erfahrungen griff der ökumenische Segnungs- und Salbungsgottesdienst auf, zu dem die Franziskaner und die Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein am Freitag vor Pfingsten eingeladen hatten.
Angesprochen waren Menschen, die an Lebensbrüchen leiden und sich nach Heilung sehnen - für sich selbst oder für Menschen in ihrer Nähe. In der Zusage göttlichen Segens und in einer Salbung mit Rosenöl sollte die heilende Kraft des Gottesgeistes hautnah erfahren werden.
Der Guardian des Klosters, Pater Heribert Arens, Pater Bernhard Braun, der evangelische Pfarrer Matthias Hagen und Schwester Alexia Hoderlein sprachen im Wechsel lyrische Texte zum Nachdenken. Trost spendete auch die Orgelmusik. Basilikaorganist Georg Hagel verband die Texte mit besinnlichen Orgelmeditationen.


Den Menschen ernst nehmen

Zum Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hatte, beleuchtete Franziskanerpater Heribert Arens die Heilung des blinden Bartimäus und stellte fest: "Barmherzigkeit nimmt den Menschen ernst. Diese biblische Erzählung ist mir im Jahr der Barmherzigkeit, das wir in der katholischen Kirche begehen, ein beeindruckendes Lehrstück: Barmherzigkeit tut nichts für den anderen, was er selbst tun kann und soll. Barmherzigkeit nimmt den Menschen ernst und traut ihm das zu, was er selber kann".
Pfarrer Matthias Hagen begrüßte die Gläubigen mit den Worten: "Wir dürfen über die Wechselspiele des Lebens nachdenken, die uns prägen und begleiten. Wir dürfen vor Gott die Freude und den Dank bringen, aber auch das Traurige und Bedrückende, unser Leid und unsere Abgründe, die uns fest im Griff haben, Pläne, Wünsche und Ziele durchkreuzen. Und wir dürfen auf die Nähe, die Kraft und die Energie des Geistes Gottes hoffen."
Schwester Alexia zitierte die Heilung einer verkrüppelten und verkrümmten Frau aus dem Lukas-Evangelium. Sie sei verspottet und an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden. Doch ihre Sehnsucht nach einem aufrechten Gang und nach einem normalen Leben sei geblieben, unterstrich die Ordensfrau. Jesus hätte die Verzweiflung und Mutlosigkeit der Frau erkannt und ihr Vertrauen auf Gott gestärkt.
Die Franziskusschwester fasste zusammen: "Nimm dein Leben in die Hand. Vor Gott bist du ein aufrechter Mensch."