"Was würden Sie tun, wenn Sie für einen Tag Bundeskanzler wären?" Das haben wir bei unserer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl am vergangenen Mittwoch gefragt. Auf blauen Zetteln durften die rund 300 Zuschauer ihre Antworten hinterlassen und davon träumen, für einen Tag an der Stelle von Angela Merkel zu sein. Neben lange gehegten Wünschen und Ideen wurden auch einige Sorgen deutlich, die deutsche Bürger aktuell umtreiben.
Die Antworten (insgesamt 31) reichten von der Legalisierung von Marihuana bis hin zu einem Tag der Kunst und Wissenschaften im Bundestag. Fast alle politischen Denkrichtungen waren vertreten. Am häufigsten wurde angegeben, dass der Kanzler den Bürgern des Landes mit Ehrlichkeit begegnen müsse. Das äußerten acht Prozent der Zettelschreiber. Als Regierungschef würden sie sich für die ungeschönte Wahrheit einsetzen und Missstände aufdecken. Hier wird ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber der Politik offensichtlich.
Zehn Prozent möchten sich auf Deutschland und das eigene Volk besinnen: Sie finden, dass sich der Kanzler mehr um die eigenen Interessen sorgen müsse. Europa oder fremde Länder sollten aus dem Fokus treten.


Sozialen Negativtrend stoppen

Die mit 16 Prozent häufigste Antwort thematisierte das finanzielle Ungleichgewicht in unserer Gesellschaft. Ob Grundeinkommen, Rentenreform, Umverteilung oder gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Diese Menschen fürchten einen sozialen Negativtrend und möchten diesem entgegenwirken. Eine der Antworten auf einen Tag als Bundeskanzler war schließlich erfrischend ehrlich: "Da wäre ich überfordert!" cg/mm