Am Freitag war der letzte Tag der Badesaison am Freibad Weißenbrunn. Am Samstag herrschte dennoch rege Betriebsamkeit wie an besten Badetagen. Allerdings war auch der Bagger mitangerückt. Grund: Die Schwimmbadfreunde als Eigentümer des Schwimmbades im Bierdorf hatten zu einen Arbeitseinsatz aufgerufen.

50 freiwillige Helfer

Die Vorstände staunten nicht schlecht darüber, dass über 50 Personen zur ehrenamtlichen Mithilfe beim Abriss des Kassen-, Kiosk-, Umkleide-, Lager- und Bademeistergebäudes zum Arbeitseinsatz angerückt waren.

So schnell konnte gar nicht abgerissen werden, lacht Baggerführer Uli Müller, als er bei einer Baustellenbesichtigung mit Bürgermeister und Ersten Vorsitzenden der Schwimmbadfreunde Weißenbrunn, Egon Herrmann, von der Einsatzfreude der Helfer erzählt. Die stürzten sich emsig wie die Ameisen auf die Arbeit. Der Bürgermeister fand es geradezu sensationell, wie reibungslos die Arbeiten fortgeschritten sind und dankt jetzt schon für die große Hilfsbereitschaft, um das Freibad auch weiterhin in Betrieb halten zu können. Dazu war es nämlich erforderlich, das Mehrzweckgebäude am Schwimmbad zu sanieren, besser gesagt zu erneuern.

Über das Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" wurden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Fördermittel in Höhe von 80 000 Euro bewilligt. Einen Betrag von circa 20 000 Euro will man, so der Vorsitzende, durch Spenden finanzieren. Die Restkosten, die noch nicht genannt werden können, wird der Verein der Schwimmbadfreunde übernehmen.

Am Samstag waren aber nicht nur Arbeiten am Abriss des Gebäudes fällig, sondern das Schwimmbecken musste winterfest gemacht werden, und natürlich waren vor dem Gebäudeabriss viele Auf- und Ausräumungsarbeiten und Abbauinstallationen von Schränken und Geräten im Gebäude erforderlich. Außerdem waren alle Stromleitungen und Schalter zu entfernen und vieles mehr.

Neues Mehrzweckgebäude

Schon nach zwei Tagen konnte man mit den Erdarbeiten und der Herstellung eines neuen Fundamentes beginnen. Das neue Mehrzweckgebäude wird etwa die gleiche Grundfläche von 24 Meter auf fünf Meter wie das abgerissene erhalten. Auch für die Fertigstellung hat man sich ein hohes Ziel bis Ende Oktober gesetzt. Der Bürgermeister lobte die Initiative und die Einsatzbereitschaft aller, die zur Erhaltung des Freibades beigetragen haben, und erinnerte daran, dass die Gemeinde Weißenbrunn nicht mehr in der Lage war, das Defizit des Schwimmbades zu tragen. Deshalb kaufte der 2009 gegründete gemeinnützige Verein, das Schwimmbad im Jahr 2013 und betreibt das Freibad seither in Eigenregie.

Dadurch wurden der Gemeinde Weißenbrunn seither jährlich rund 40 000 bis 50 000 Euro erspart, rechnet das Gemeindeoberhaupt vor. Solch bürgerschaftliches Engagement ist wohl in der Region einzigartig, so der Bürgermeister. eh