Die "Wirsberger Dorfkrippe" auf dem Marktplatz feiert ein kleines Jubiläum: Vor 20 Jahren ist dort der Zauber der Weihnachtsgeschichte erstmals auf wunderbare Weise lebendig geworden. Der damalige Bürgermeister Hermann Anselstetter betonte, dass sich die Menschen künftig jedes Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit an dem liebevoll gestalteten Stall erfreuen können.

Mit einer bezaubernden Krippenwelt wird der Betrachter an die Geburtsstunde Christi erinnert, mahnt ihn, mit Hoffnung an das Gute im Menschen zu glauben. Heute sind Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und gegenseitiges Vertrauen in der schnelllebigen Zeit wichtiger denn je.

Mitten im Ort

Die Idee für eine "Wirsberger Dorfkrippe" hatte Hermann Anselstetter. Der ehemalige Bürgermeister erinnert sich noch gut an die Zeit, als er mit seiner Lebenspartnerin und der gemeinsamen, dreijährigen Tochter Maja zusammenlebte. Damals sei er viel im Bamberger Raum unterwegs gewesen, habe dort die kulturellen und sakralen Schätze kennengelernt. Auch die Krippe in der Basilika in Marienweiher habe er sich wiederholt angeschaut. "Was mich damals so fasziniert hat, war, dass diese Krippen auch mitten im Ort standen und die Dorfgemeinschaft sich dort an den Weihnachtstagen getroffen hat."

Was Anselstetter im Bamberger Land auch auffiel: "Dort wachsen die Dorfkrippen. An Heiligabend sind darin nur das Jesuskind mit Maria und Josef zu sehen, die Heiligen Drei Könige kommen erst am 6. Januar dazu."

Auf dem "Krippenweg"

In der Folge lief Anselstetter zweimal den bekannten "Bamberger Krippenweg" ab. Dabei wuchs sein Wunsch, den Krippenbauer Karl-Heinz Exner aus Bischberg kennenzulernen. "Mein Ziel war immer, etwas Bleibendes zu schaffen, das die Attraktivität unseres Urlaubsorts erhöht." Nach und nach sei dann der Wunsch nach einer Dorfkrippe gewachsen.

Entscheidend sei natürlich gewesen, dass auch der Marktgemeinderat mitgezogen und "grünes Licht" für die Dorfkrippe gegeben habe. "Daraus ist ein wunderbares Gemeinschaftswerk geworden."

Bei einer "einmaligen Spendenaktion" der Gemeinde seien rund 11 000 Euro zusammengekommen. Eine Handvoll Ehrenamtlicher sei dann ans Werk gegangen und habe das Projekt umgesetzt.

Fleiß und Gabenfreudigkeit

Bei der Weihe der Dorfkrippe durch Pfarrer Peter Brünnhäußer und Gemeindereferent Peter Wilm stellte der damalige Bürgermeister fest: "Der Fleiß dieser Hände und die Gabenfreudigkeit haben dieses idyllische Werk erst möglich gemacht."

Karl-Heinz Exner, der in einer Krippe eine Darstellung des Glaubens und einen Ort sieht, an dem Gott den Menschen begegnet, stand den Wirsbergern mit Rat und Tat zur Seite. Ein wahrer Glücksfall war, dass sich Magda Lauterbach als versierte Schneiderin als "Geburtshelferin" betätigte und in mühevoller Arbeit und unzähligen Stunden die Holzfiguren aus einer Schnitzerei aus Oberammergau mit viel Fingerspitzengefühl und auch Liebe zum Detail bekleidete.

Karl Steinlein schweißte den Rahmen für die fahrbare Scheune, Werner Szczina und Holger Schmidt erledigten die Zimmererarbeiten, Walter Herzog übernahm als Schreiner den Innenausbau. Und auch der gemeindliche Bauhof werkelte tatkräftig mit, so dass am Ende ein wunderbares Gemeinschaftswerk entstand.