Für die 33 Aktiven der Feuerwehr Maierhof ist ein anderer Kommandant gar nicht vorstellbar. Mit hundert Prozent der Stimmen wählten sie Harald Will im Gerätehaus in die fünfte Amtszeit.
Harald Will ist seit 1992 ununterbrochen der Mann an der Spitze der Maierhofer Wehr. "Als ich damals mein Amt angetreten habe, hätte ich auch nicht gedacht, dass ich so lange Kommandant sein werde", sagte er. Das einstimmige Votum freue ihn. "Aber ich möchte in meiner neuen Amtszeit etwas bewegen."
Und Will wurde auch konkret. Denn die Führungsriege hat viele Unterlagen zu Hause liegen. Das möchte der Kommandant ändern. Er möchte über der Garage neben dem alten Feuerwehrhaus ein Büro schaffen, in dem alle Unterlagen, Computer und Archivmaterial zentral aufbewahrt werden können. "Wir rechnen damit, dass wir rund 20 000 Euro investieren müssen", kalkulierte Will. In jedem Fall werde die Feuerwehr wieder viel Eigenleistung einbringen.


Einzige Wehr mit Spielmannszug

Bürgermeister Eugen Hain nutzte die Gelegenheit, um dem verdienten Aktiven zu danken. Die Aufgaben der Wehr würden immer umfangreicher. Hain freute sich, dass die Maierhofer zudem über eine Besonderheit verfügen: den Spielmannszug.
Vor der Kommandantenwahl zeichnete Eugen Hain zwei Männer aus. Jochen Hildner und Markus Wirth seien seit jeweils 25 Jahren aktiv und hätten sich immer durch Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft ausgezeichnet, so Hain.
Kreisbrandrat Stefan Härtlein wies auf bevorstehende Neuerungen hin. So würden die Lehrgänge in Zukunft elektronisch verwaltet. Derzeit wird die Software in Pegnitz erprobt und dann landesweit aufgelegt.
Offen sprach Härtlein den Nachwuchsmangel an. Denn immer weniger Menschen seien bereit, sich zu engagieren. Oft seien Leistungsdruck im Gymnasium und Stress bei der Arbeit die Ursachen für die Feuerwehrverdrossenheit. "Wir haben schon wieder zwei Feuerwehren zu Löschgruppen herabgestuft und unter die Verwaltung anderer Wehren gestellt", erklärte Härtlein.
Der Kreisbrandrat wies auch die jüngst bei der Gastwirteversammlung in Oberzettlitz geäußerten Vorwürfe zurück: "Die Wehren sind nicht verantwortlich, wenn Wirtshäuser sterben. Die Gesellschaft hat sich eben gewandelt." Hain pflichtete bei. "Wir haben ja schon lange kein Gasthaus mehr. Die Feuerwehren kompensieren einiges von dem, was ohnehin schon weg ist", betonte der Bürgermeister.