Die Konzertreihe auf der Seebühne in der Wilhelminenaue Bayreuth war im vergangenen Jahr ein Lichtblick im coronageplagten Kulturleben der Stadt. Nun steht fest: Auch dieses Jahr findet im August das Seebühnenfestival wieder statt - und das mit großen Namen wie Konstantin Wecker, Bodo Wartke, Helge Schneider oder Herbert Pixner. Bereits am gestrigen Montag startete der Vorverkauf.

Eingebettet in die "Bayreuth Summertime" holt das Bayreuther Seebühnenfestival auch dieses Jahr wieder zahlreiche bekannte Künstler nach Bayreuth. Natürlich, wie es sich in Zeiten wie diesen gehört, mit einem umfassenden Abstands- und Hygienekonzept, in dessen Rahmen das sonst 2000 Besucher fassende Gelände mit einer überwiegend aus Zweierplätzen bestehenden Bestuhlung für bis zu 700 Gäste ausgestattet wird.

Den Auftakt macht am Sonntag, 1. August, allerdings eine kultverdächtige lokale Formation. "Mit dem Konzert von ,Six Pack' wollen wir bewusst ein Zeichen setzen, dass auch lokale Künstler auf der Seebühne einen Platz finden sollen", meint Matthias Mayer von der veranstaltenden Bayreuther Konzertagentur Motion Kommunikation. Die beliebte A-cappella-Comedy-Truppe hatte kurz vor Ausbruch der Pandemie ihr neues Bühnenprogramm "Goldsinger" vorgestellt - seitdem ruhte das Geschehen. Für Fans der sechs Sängerknaben nun eine ideale Gelegenheit, das neue Programm endlich kennenzulernen.

Söllner, der bayerische Rastafari

Ganz andere musikalische Akzente setzen hingegen Hans Söllner und seine Band "Bayaman Sissdem" am Freitag, 6. August, die ihr im Vorjahr ausgefallenes Konzert auf der Seebühne nachholen. Der streitbare Liedermacher aus Berchtesgaden darf sich von Beginn seiner Karriere an mit dem Namen Querdenker schmücken, lange bevor das Wort die heutigen Konnotationen auslöste. Der selbsternannte bayerische Rastafari, dessen Songs ebenso im Reggae wurzeln wie in der amerikanischen Liedermachertradition, singt gegen die Mächtigen und für eine bessere Welt - und das auf eine grantelnd-schelmische Art und Weise, die den besten Kabarettisten des Landes zur Konkurrenz gereicht.

Weiter geht es am Sonntag, 8. August, mit Helge Schneider, dem Mann, dessen neues Programm "Let's Lach" seine Kunst bestens beschreibt. Wer bei seinem Konzert im Vorjahr auf der Seebühne dabei war, weiß, dass Schneider sowohl hemmungslosen Wortwitz als auch geniale Jazzeinlagen meisterhaft beherrscht. Ihm zur Seite stehen die "Snyders", seine sechsköpfige Band - inklusive des Teekochs Bodo.

Ebenfalls bereits im Vorjahr zu sehen war Martina Schwarzmann, die am Montag, 9. August, um 17 Uhr und 20.30 Uhr mit ihrem Programm "Genau richtig" gleich zwei Mal zu Gast auf der Seebühne sein wird. Die schlagfertige Oberbayerin gilt derzeit als erfolgreichste bayerische Kabarettistin und füllt längst die ganz großen Hallen. Was sie nicht daran hindert, sich - im Gegensatz zur gigantischen Showkulisse anderer Comedians - auf der Bühne eher sparsam häuslich einzurichten, Tischdeckchen mit Blumenmuster inklusive.

Mit Konstantin Wecker kehrt der wohl bekannteste deutsche Liedermacher am Dienstag, 10. August, nach über acht Jahren für ein Konzert nach Bayreuth zurück. "Poesie und Musik können vielleicht nicht die Welt verändern, aber sie können denen Mut machen, die sie verändern wollen", lautet das Credo des mittlerweile 74-jährigen Münchners. In seinem Soloprogramm gibt Wecker allein am Flügel Einblicke in sein jahrzehntelanges Schaffen - von Stücken wie "Der alte Kaiser" und "Genug ist nicht genug" bis hin zu Songs von seinen neueren Alben wie "Ohne warum" und "Poesie und Widerstand".

Steht bei Wecker immer das Wort im Vordergrund, kommt das Herbert Pixner Projekt ganz ohne Worte aus. Das einzigartige instrumentale Musikprojekt aus Süd- und Osttirol, am Mittwoch, 11. August auf der Seebühne zu sehen, zählt seit Jahren zu den beliebtesten Acts der "progressiven Volksmusik". Mit einer Vielzahl an Instrumenten wie Kontrabass, Harfe, Harmonika, Trompete, Gitarre oder Klarinette bauen die Ausnahmemusiker Brücken zwischen den verschiedensten musikalischen Welten - mal mit verspielt-lasziver Sanftmut, mal mit

wuchtigen Rock- und Bluesriffs, immer mit brillanter Technik und enormer Spielfreude. Den Abschluss des Seebühnenfestivals bestreitet schließlich am Sonntag, 15. August, mit Bodo Wartke ein wahrer Meister der Worte. In seinem neuen Programm "Wandelmut" erforscht der norddeutsche Klavierkabarettist das Wechselspiel von Stetigkeit und Wandel und plädiert in Zeiten von Klimawandel und dem Erstarken demokratiefeindlicher Ansichten für Mut, Phantasie und klare Kante.

Platzgenaue Tickets für alle Konzerte gibt es ab Montag, dem 14. Juni, um 8 Uhr unter www.seebuehne-bayreuth.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Bereits erworbene Tickets für den Auftritt von Martina Schwarzmann müssen beim Veranstalter im Vorfeld der Veranstaltung für eine der beiden Uhrzeiten umgetauscht werden - Informationen hierzu gibt es in Kürze ebenfalls auf der Homepage des Festivals.

Konzert mit Albert Hammond abgesagt

Ersatzlos ausfallen muss hingegen das ursprünglich für 2020 angekündigte und dann auf den 7. August verlegte Konzert des britischen Musikers Albert Hammond. Karten dafür können ab sofort dort, wo sie gekauft wurden, zurückgegeben werden.

Und auch abseits des Seebühnenfestivals wird die Seebühne im Zeitraum vom 29. Juli bis 17. August an insgesamt 19 Veranstaltungstagen bespielt werden. Weitere Konzerte aus den Bereichen Jazz, Klassik und Pop von unterschiedlichen Bayreuther Veranstaltern werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.