Sechs Personen feierten feuchtfröhlich eine Grill-Party auf dem Kinderspielplatz in Trimberg. Als der Holzkohlegrill implodierte, breitete sich das offene Feuer in den nahegelegen Wald aus und steckte diesen in Brand. Panisch liefen die geschockten Party-Gänger unkontrolliert in alle Richtungen. So das Szenario der diesjährigen Feuerschutz - Aktionswoche der freiwilligen Feuerwehren des Inspektionsbereiches 3 ( Altlandkreis Hamelburg ) des Landkreises Bad Kissingen .

Zu dieser Übung riefen die Sirenen die freiwilligen Feuerwehren aus Fuchsstadt, Langendorf, Machtilshausen, Elfershausen, Engenthal und Trimberg zum schnellen Eingreifen unter dem Motto "Helfen ist Trumpf", das Innenminister Joachim Herrmann anlässlich der diesjährigen Aktionswoche im September benannte.

Besser bekannt sind die herbstlichen Feuerwehrübungen als sogenannte Brandschutzwoche. Denn ihr ursprüngliches Ziel war es, auf die Gefahren von Feuer mit verschiedenen Aktionen der Feuerwehren bayernweit hinzuweisen. Während der letzten zwei Jahrzehnte entwickelte sich die Aktionswoche mehr und mehr zu einer langfristigen Nachwuchsgewinnung für die Feuerwehren. Zu den Aufgaben der Wehren kamen Vermisstensuche, Technische Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, und andere Rettungseinsätze vermehrt hinzu. Deshalb üben die freiwilligen Floriansjünger nicht nur das Löschen mit Wasser.

Unterstützt wurde der örtliche Kommandant Florian Schuhmann von den Kreibrandmeistern des Inspektionsbereiches KG L 3 Oliver Lukaschewitsch, Elmar Eisenmann und Torsten Büchner. Auch KBM Alexander Marx von der Bad Kissinger Inspektion wachte über das Einsatzgeschehen. Mit Wärmebildkameras machten sich die Machtilshäuser Feuerwehrkameraden auf die Suche nach den vermissten Personen. Der Trimberger Feuerwehrler Daniel Wohlgetan hatte lebensechte Puppen in den Wald verstreut gelegt, die dann die Aktiven auf einer Trage zur Weiterversorgung aus dem Waldgebiet transportierten.

Den fiktiven Waldbrand löschten mit ihren Strahlrohren die Kameraden aus Trimberg Machtilshausen und Elfershausen, die zuerst die Wasserversorgung aus den Hydranten nutzten. Während die weitere Einsatzleitung zentral nun über das ELW 2, ein hochmoderner Feuerwehr-Lkw, ausgerüstet mit modernsten Mitteln der Medien- und Digitalfunkübertragung, gesteuert wurde, stellte man diverse Mängel fest.

So funktionierte die Saugpumpe der Engenthaler Wehr, die Wasser aus der Saale entnehmen sollte, nicht. Auch fehlten B- Schläuche auf der einen halben Kilometer langen Wasserversorgungsleitung bis zu den Verteilern. Dies tat der Übung jedoch keinen Abbruch und forderte die Einsatzleitung besonders heraus, so Kreisbrandmeister Oliver Lukaschewitsch, denn die örtliche Leitstelle mit dem ELW 2 hätte im Ernstfall die Module Waldbrand und Schlauch aktiviert. So hätte man ein Fahrzeug mit 2000 Metern Schläuchen beordert, die Nachbarwehren alarmiert, Landwirte mit ihren riesigen Güllewägen gerufen oder den Wasserwart beauftragt, höheren Druck in die Dorfleitung zu den Hydranten einzuspeisen.

Am Ende hatte die Übung, genau wie im Ernstfall, zu bewältigende Überraschungen parat. Dennoch waren die rund 80 freiwilligen Einsatzkräften schnell und professionell zu wege und verstanden gekonnt ihr eingeübtes Handwerk.

Abschließend übte man im Trimberger Gemeindehaus Manöverkritik bei Speis und Trank, wo auch Bürgermeister Johannes Krumm den freiwilligen, aktiven Feuerwehrlern Dank und Anerkennung zollte. Alles in allem, so Krumm, hat es prima geklappt. ssp