Es ist ein sehr seltenes Ereignis, wenn die Figuren vom Riemenschneider-Altar in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Münnerstadt abgenommen werden. In diesem Jahr war es so weit: Wegen der Kirchensanierung war genau diese Aktion vonnöten, heißt es in einer Pressemitteilung der Pfarrei

St. Maria Magdalena Münnerstadt. In einem Bilder-Vortrag geht Paul Ziegler am Dienstag, 10. Dezember, ab 19.30 Uhr, in im Saal des Cafés "Zum Bären" am Marktplatz in Münnerstadt auf die Geschehnisse ein.

Die Sanierungsmaßnahme wurde im Mai dieses Jahres begonnen. Die ersten beiden Bauabschnitte waren die Sicherung des Nordflügels mit Einbau eines neuen Dachstuhles und der Beginn der Reinigung der historischen Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert.Die rund 3,2 Millionen Euro teuere Sanierung ist ein Meilenstein für die Pfarrei.

Über die Schulter(n) geschaut

Sehr akribisch sind die Architekten, die Restauratoren und die Verantwortlichen der Diözese Würzburg sowie die vor Ort Verantwortlichen an die Aufgabe herangegangen. Stadtpfarrer Pater Markus Reis OSA hat angesichts der Dimension der Arbeiten Paul Ziegler, den ehemaligen Redaktionsleiter der Saale-Zeitung, Bad Kissingen, damit beauftragt, eine Dokumentation der Sanierung zu erstellen. Seitdem hat der Journalist den Arbeitern fast täglich über die Schulter geschaut, unter anderem bei der komplizierten Sicherung des Nordflügels der Kirche, wo der alte Dachstuhl mehr und mehr seine Funktion verloren hatte.

Gleichzeitig wurden im Sommer die Vorarbeiten für die Reinigung der historischen sieben Chorfenster in der Kirche begonnen. Um über hohe Gerüste an die Fenster heranzukommen, musste der Riemenschneider-Altar "gesichert" und von der Nordwand die vier Gemälde von Veit Stoß abgenommen werden.

Der gesamte Chorraum wurde geleert, Gerüstbauer hielten Einzug. Daraufhin wurden die Originalfiguren von Tilman Riemenschneider vom Altar heruntergenommen. Drei Restauratorinnen begleiteten diese Arbeiten, sie dokumentierten den Zustand der Kunstwerke und reinigten diese.

Besondere Herausforderung

Mitte Oktober wurde mit der Reinigung der Glasfenster begonnen, zur gleichen Zeit wurde der neue Dachstuhl auf dem Nordflügel aufgerichtet. Und das war für die Zimmerleute eine besondere Herausforderung, weil nach Vorgaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege der alte Dachstuhl an Ort und Stelle bleiben sollte.

Wie das alles ging, was dabei alles so passiert ist, das erzählt Paul Ziegler am Dienstag, 10. Dezember, ab 19.30 Uhr in einem Bildervortrag im Saal des Cafés "Zum Bären" am Marktplatz in Münnerstadt. Er zeigt Fotos von der höchsten Gerüststelle in der Stadtpfarrkirche, zeigt, was im Sommer hinter dem Bauzaun in der Kirche geschehen ist, wie marode der alte Dachstuhl war, und warum die Kirchenmauer des Nordflügels einen 23 Zentimeter dicken Bauch hat. red