Das Regionalmanagement der "Stadt und Land aktiv GmbH" hat für die Ausbildung von Wanderwegewarten rund 1500 Euro aus dem Kleinprojektefonds der "Leader-Region Coburg Land" erhalten. Am vergangenen Samstag trafen sich 30 Teilnehmer in der "Alten Schäferei" in Ahorn, um an der Schulung teilzunehmen.
In diesem Jahr fördert die "Leader-Region Land" zum ersten Mal auch Kleinprojekte mit insgesamt 5000 Euro. Unter dem Motto "Bürger gestalten ihre Heimat" wurden im August dieses Jahres aus den eingereichten Ideen die drei Gewinner ermittelt; das "Regionalmanagement der Stadt und Land aktiv GmbH" überzeugte mit der Idee, Wegewarte ausbilden zu lassen.



Nicht verlaufen

Zur Schulung hatten sich 26 Männer und vier Frauen aus dem Landkreis und der Stadt Coburg, aus Neustadt und aus Thüringen angemeldet. Peter Tremel, Fachwirt im Landesverband Bayern der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine, erklärte im theoretischen Teil zunächst ausführlich die Richtlinien und Empfehlungen, die ein Wegewart wissen sollte. Diese beziehen sich auf das Markieren der Wege und das Anbringen von Wegweisern und Orientierungstafeln. "Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich der Wanderer nicht verläuft", sagte Tremel. Aber auch Natur und Landschaft würden geschützt, wenn sich der Wanderer auf ausgewiesene Wege begebe, so Tremel.


Überprüfung erforderlich

In der Regel überprüfen laut Tremel die Wegewarte zweimal im Jahr die Markierungen. Wenn es nötig sei, müssten Zweige zurückgeschnitten werden, um die Sicht auf die Schilder zu gewährleisten. Zur Ausbildung gehört auch, dass die Markierungszeichen richtig an Bäumen, Pfosten oder Schildern befestigt werden: Malen, Sprühen, Kleben oder Nageln sind laut Tremel möglich, wobei die Folien hochwertig, lichtbeständig und reißfest sein müssten und meist nur innerorts verwendet würden. Zur Ausrüstung des Wegewartes gehören Material und Werkzeuge: Acrylfarbe, Flach- oder Ringpinsel sind im Koffer ebenso wie Sprühfarbe und Schablonen, Aluminiumnägel, Hammer oder Zange.
Wichtig sei auch die übersichtliche Gestaltung der Schilder: "Es muss ein Nahziel, ein mittleres Ziel und ein Fernziel angegeben sein", erklärte Tremel. Viele Wanderwarte arbeiten heute laut Tremel auch mit GPS-Geräten und erfassen die Wege digital.
Rainer Göbel, der Vorsitzende der Bergfreunde Neustadt, fand den Vortrag sehr informativ. "Es ist vor allem von der Gesetzesseite her interessant, denn dies ist oft ein großes Problem." Er wünscht sich für den Muppberg in Neustadt eine gut geschilderte Anbindung an weitere Wanderwege und nimmt auch deshalb an der Schulung teil.
Nach der umfangreichen Theorie ging es an den praktischen Teil. Die Teilnehmer begaben sich in zwei Gruppen mit Tobias Gruber und Silvan Zapf vom Coburger Regionalmanagement durch ein Waldgebiet und wanderten durch die Ortschaft Ahorn. Dort demonstrierte Tobias Gruber, wie Schilder richtig oder falsch angebracht werden.
Hubertus Fromm aus Untermerzbach nannte einen einfachen Grund, weshalb er sich ausbilden lässt: "Im Urlaub haben wir uns schon wegen fehlerhafter Schilder verlaufen, das möchte ich vermeiden." Die Teilnehmer freuen sich nun darauf, das Gelernte in der Region anzuwenden. Tobias Gruber zeigte sich voll zufrieden über die Resonanz. "30 Teilnehmer aus der gesamten Region, das ist ein tolles Engagement."