17 Männer und Frauen und ein Ziel: Genusswandern. Der neunteiligen Wanderreihe, angeregt vom "Kur- & Tourismus-Service", ging auch am Mittwoch Wanderführerin Hildegard Wächter wieder voran. Im Augenmerk diesmal: Feinschmeckerei und Wildfleisch aus der Region.
Das Genusswandern hat seine Fans. Zumindest gibt es doch einige Teilnehmer, die immer dabei zu sein scheinen und sogar eine Anreise aus Bamberg auf sich nehmen. Nach der nun sechsten Folge der Reihe, bei der Wächter auf der rund 15 Kilometer langen Strecke auch zum Veitsberg führte, könnte man ein Fazit ziehen. Schließlich müssen beim Genusswandern auch die Gasthäuser, Wirte, Brauer oder Winzer ins Boot geholt werden, sie müssen sich die Zeit für die Wanderer und ihre Fragen nehmen. "Ich habe noch von niemandem eine ablehnende Antwort bekommen", berichtet Hildegard Wächter.


Anekdoten und Wissenswertes

Auch sie bereitet sich auf die jeweiligen Touren vor, plant Routen, geht sie vorher ab, kramt Anekdoten und Wissenswertes aus. Am Mittwoch hielt sie eine Überraschung parat. Denn nach dem Anstieg zum Veitsberg sollte die Kapelle nicht, wie zumeist, verschlossen bleiben. Katja Hagel, Messnerin der Kapelle, teilte viel von ihrem Wissen mit den angenehm überraschten Wanderern. Die kurioseste Information dürfte dabei in Zusammenhang mit dem Jahr 1987 stehen. "Da wurde in München ein Hehlerring ausgehoben", erklärte die Messnerin und erläuterte, dass im Zuge der Ermittlungen rauskam, dass Diebesgut aus der Kapelle stammte.


Informative Verschnaufpausen

Doch schon unterwegs, mitten im Wald, kam es zu gelegentlichen informativen Verschnaufpausen. Denn St. Veit oder Vitus, wie er eigentlich hieß, gilt auch als Patron für Nervenleidende. Eben daher rühre auch der Begriff vom Veitstanz. Vorbei an gelben Senffeldern bei Sträublingshof, durch Wälder und auf Anhöhen führte der Weg.
In der letzten Etappe auch nach Dittersbrunn, das den vom Veitsberg Kommenden wie ein im Rücken des Berges versteckt gelegenes Dorf vorkam, schön und abgeschieden. Hier kam es zu dem kulinarischen Höhepunkt.
Nach Fisch, Roggenbrot oder Wein in den Wanderungen zuvor, wurde jetzt für die Wanderteilnehmer Wild aus heimischen Wäldern aufgetischt. "Du kriegst einen Eindruck, wenn du einkehrst", erklärt der überzeugte Mitwanderer Joachim Gieck (65). Er schätzt dabei das Infotainment, diese Mischung aus Erleben und Erfahren. Weil "das Wandern bewandert", wie Hildegard Wächter es mitunter ausdrückt. "Schön, wenn du was erfährst, es ist Bildung", schließt Gieck. Noch drei Wanderungen stehen bis in den Oktober hinein an. Es wird um Kürbisse, Federweißer oder Zwiebelkuchen gehen.