von unserem Mitarbeiter Thomas Weichert

Waischenfeld — Schneidermeisterin Rosalie Postatny stellte auf einer Trachtenschau die erneuerte Waischenfelder Männertracht vor: Die Waischenfelder Männertracht hatte es viele Jahrzehnte nicht mehr gegeben.
Noch rechtzeitig zum 25. Heimattag der Fränkischen Schweiz wurde die erste "Goller" der erneuerten Waischenfelder Männertracht fertig.
Die Schneidermeisterin aus Egloffstein kann zu Recht stolz sein auf das Geschaffene. Sie ist die erste Schneiderin, die sich um die Waischenfelder Männertracht kümmert.
Nach 100 Jahre alten Vorbildern hat sich Postatny Gedanken gemacht, wie "Mann" sich in modische Tracht kleiden kann, ohne antiquiert zu wirken oder hausbacken. Herausgekommen ist ein legerer "Goller", eine Weste aus grünem Baumwollsamt, der sich im Schnitt an alten Vorbildern orientiert, aber mit seinen Goldborten und dem edlem Stoff modern wirkt.
Das sei der Anfang, meint die Schneidermeisterin. Zusammen mit einem weißen Hemd aus Baumwolle oder Leinen und einer schwarzen Jeans und schwarzen Glattleder-Schuhen wäre "Mann" für alle Festlichkeiten gut gekleidet. Je nach Geldbeutel könnten dazu eine flotte, kurze Jacke und eine lange Pantolon-Hose aus schwarzen Tuch oder eine Kniehose aus Leder kommen. Die Kleidung spiegelte auch früher die Umstände wieder, in denen die Träger lebten.