Die Kommunalwahl in der Gemeinde Pommersfelden ist "gegessen". Der Kampf um Bürgerstimmen schlägt aber weiterhin hohe Wellen. Jetzt geht es um die Bürgerentscheide Pro oder Kontra Amazon-Verteilzentrum im Gewerbegebiet bei Limbach. Was sich anfangs sehr ausgewogen anließ, scheint mit zunehmend zeitlicher Nähe zum Abstimmungstermin kämpferisch zu werden.

"Unser Ziel war und ist es, die Bürger ohne populistische Beeinflussung abstimmen zu lassen", heißt es in einem Blatt, das in diesen Tagen die Bürger der Gemeinde Pommersfelden in ihren Briefkästen fanden. Wie zu lesen ist, stellt das Schreiben eine gemeinsame Erklärung der "aktuellen Gemeinderatsmitglieder" aller vier Wählergruppen dar. Sie rufen darin zu "Solidarität, Vernunft, Sachlichkeit und gesellschaftlicher Höflichkeit" auf.

Grund dafür sind offensichtlich die Aktivitäten der Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung des Amazon-Servicezentrums. Bürgerinitiative und Gemeinde hatten sich zunächst auf einen gemeinsamen Flyer für die beiden Bürgerentscheide am 5. April geeinigt und diesen auch herausgegeben.

Die Argumente der Befürworter wie der Gegner wurden darin ausführlich dargelegt. Als Ziel wurde genannt, die Bürger der Gemeinde "ausgewogen und sachlich" über das Thema zu informieren.

Ein weiterer Flyer

Inzwischen gibt es jedoch einen weiteren sechsseitigen Flyer der Bürgerinitiative. Dieser sei "ähnlich reißerisch und irreführend wie die Bauzaun-Banner", wird von der Gemeinde kritisiert. Die amtierenden Gemeinderäte - "alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst" - sehen darin einen Grund, auf den Extra-Flyer der Bürgerinitiative zu reagieren.

In dem neuen Blatt der Gemeinde wird gleichzeitig darauf hingewiesen, dass der Ausbau von stabilen Versorgungs-/Logistikketten in Zeiten wie der Corona-Krise besonders deutlich sei. Die mit der Amazon-Ansiedlung verbundenen mehr als hundert neuen ortsnahen Arbeitsplätze wie auch die Einnahmen aus dem Verkauf der Gewerbeflächen und der Gewerbesteuer seien in der Zukunft wertvoller denn je.

Überflüssig zu erwähnen, dass die "demokratisch gewählten Mitglieder des Gemeinderates" das Abstimmungsergebnis am 5. April selbstverständlich annehmen werden, wie es in dem Blatt heißt. Sie hätten gar keine andere Wahl.