von unserem Mitarbeiter Alfred Thieret

Lichtenfels — Amalia und Viktor Schäfer feierten Diamanthochzeit. Der im Kaukasus 1933 geborene Viktor Schäfer wurde während der Kriegszeit nach Kasachstan vertrieben und siedelte 1954 in die Gegend des Altai-Gebirges in Sibirien um. Auf dem Weg dorthin lernte er seine spätere Frau Amalia kennen, die er ein Jahr später ehelichte.
Das sollte aber nicht die letzte Bleibe für ihn, seine Frau und die vier Kinder sein. "1970 übersiedelten wir in das fruchtbarere Wolgagebiet, wo wir in einem kleinen Dorf etwa 250 Kilometer von Wolgograd entfernt lebten", erzählte Viktor Schäfer. "Ich war in Sibirien in einem Kohlebergwerk beschäftigt und bekam hier eine Arbeit als Kraftfahrer, während meine Frau nach der früheren Tätigkeit in einer Kolchose nun als Putzfrau in einem Betrieb ihr Geld verdiente", fuhr der Vielgereiste fort. Die Familie war praktisch Selbstversorger.
"Wir hatten eine Kuh, Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse, Enten sowie Hühner und bauten Kartoffeln, Gemüse und sogar Weintrauben an", erinnert sich die Tochter Olga, die mit ihren Eltern in dem 2003 erworbenen Haus wohnt. Vorher gab es aber noch mit der Aussiedlung nach Deutschland einen wichtigen Lebenseinschnitt.
Da weitere Familienangehörige folgten, befinden sich mittlerweile 31 Familienmitglieder, darunter neun Enkel und neun Urenkel in Lichtenfels. Das Ehepaar hat schon immer gern Gartenarbeit gemacht. Die Grüße und Glückwünsche der Stadt überbrachte Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer.