Martina Schwarzmann (38) wuchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb im oberbayerischen Dorf Überacker im Landkreis Fürstenfeldbruck auf. Nach dem Hauptschulabschluss begann sie im Alter von 15 Jahren eine Ausbildung zur Köchin im Bayerischen Hof in München. Danach arbeitete sie 1997 ein halbes Jahr in einem Schweizer Hotel. Ihren Beruf übte sie acht Jahre lang aus, bevor sie sich ganz der Bühnentätigkeit widmete.

Bayerische Rundschau: Frau Schwarzmann, in welchem Alter haben Sie sich für die Kabarettbühne entschieden?
Martina Schwarzmann: Meinen ersten offiziellen Auftritt hatte ich mit 19 Jahren, aber ich bin vorher auch schon bei verschiedenen Anlässen und Feiern aufgetreten. Ich habe als Kind mit fünf Jahren schon gemerkt, dass mir so was liegt.
Wann gelang dann der Durchbruch?
Bis ich 23 Jahre alt war habe ich als Köchin gearbeitet, aber dann hatte ich so viele Auftritte, dass mein Jahresurlaub nicht mehr gereicht hat und seit diesem Zeitpunkt mache ich das Kabarett hauptberuflich.

Der Erfolg war gleich da?
Ja, ich hatte nach den Aufritten immer eine gute Reaktion, obwohl es für mich am Anfang eine Überwindung war, auf die Bühne zu gehen, denn ich bin nicht von Grund auf der Typ, der sich gerne vorne hinstellt.

Wie ist der Titel "Gscheid gfreid" entstanden?
Es ist eine Geschichte, die ich erst in 30 Jahren erzählen kann. Es war jedenfalls ein unfassbarer Auftritt mit sämtlichen Katastrophen. Darüber kann ich erst sprechen, wenn alle Betroffenen und Beteiligten verstorben sind.
Sie sind nicht nur in Bayern unterwegs, oder?
Meine Auftritte reichen bis Hamburg, Österreich und in die Schweiz. Im Schnitt habe ich in einer Woche zwei Auftritte.

Wie finden Sie die Ideen für Ihr Programm?
Die Inspiration ist immer das Leben selbst. Die Politik interessiert mich dabei überhaupt nicht. Ich habe keine Lust, mich mit Politikern zu beschäftigen. Dafür habe ich auch keine Zeit, denn man muss drei Zeitungen lesen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Ist eine eigene Fernsehshow denkbar?
Nein, denn man muss das Programm mit vielen Leuten absprechen und ich bin gern mein eigener Chef.

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Werner Reißaus.