Für die Bienen sieht die Zukunft nicht gerade rosig aus, so das Ergebnis des Blütenträume-Festes am Zeidlerhaus auf der Herzo Base. "Früher war die Region hier ein Paradies", erklärte der Vorsitzende des Imkervereins Herzogenaurach und gleichzeitig der Kreisvorsitzende, Klaus Becker. In der heutigen Zeit seien aber die Landschaften auf- und ausgeräumt, und die Bienen fänden kaum noch eine Blühwiese.
Deswegen ist der Verein stolz auf die angesäte Blühwiese am Zeidlerhaus, denn dort finden die Bienen ihr Blütenparadies. Trotzdem rechnen die Imker insgesamt in diesem Jahr nur mit einer geringen Ernte, da in der Region kaum noch etwas blüht und kaum noch Honigtau zu finden ist. Außerdem seien im Frühjahr viele Blüten erfroren.


Kommunen sollen aktiv werden

Wie bei der Zusammenkunft zu erfahren war, machen sich die Imker Sorgen um die Zukunft. Es fehle an Blütenvielfalt in der Region, deswegen sei es ein Wunsch der Imker, dass Städte und Gemeinden Blühwiesen anlegen. Ungenutzte Flächen gebe es genug. "Es darf doch nicht sein, dass die Insekten wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge in unserer Region im Sommer Hunger leiden, weil alles in unserer Natur viel zu aufgeräumt ist", ärgert sich der Vorsitzende.
Sorgen bereiten ihm auch die Bäume in der nahen Umgebung, die umgesägt oder versetzt werden sollen. "Wo in unserer Region werden dafür neue bienennutzbare Bäume gepflanzt und haben unsere Bienen dann noch die Möglichkeit, Futter auf den Ausgleichsflächen zu finden?", fragen sich die Imker.
Auch, dass im Sommer immer mehr Jakobskreuzkraut blüht, gibt Anlass zur Sorge. Das Kraut enthält einerseits Gift, an dem Pferde und Kühe sterben, wenn es verfüttert wird, anderseits ist der Nektar auch für die Bienenbrut schädlich. Deswegen versuchen die Imker die Pflanze zu vernichten, und das sollten auch die Landwirte tun.
Die Blütenträume werden auch nicht dem Rasenmäher zum Opfer fallen, sondern im Herbst wird ein Schäfer mit seiner Herde die Fläche beweiden, auf der dann im Frühjahr wieder neuen Blüten austreiben können. Becker wies auch darauf hin, dass die Bienen in vielen Privatgärten Nahrung finden und auch auf dem Golfplatz bei Burgstall zahlreiche blütenreiche Stellen zu finden sind. "Das sind wichtige Nahrungsquellen für viele Tiere und sie erfreuen auch die Menschen, nur sollten es halt mehr sein", erklärte Becker.