von unserem Mitarbeiter Dieter Hübner

Trebgast — Der Unterschied könnte nicht größer sein: Tagsüber fährt Stefan Gräbner Gabelstapler. Vor oder nach der Arbeit malt er. Mit Acryl-, Öl-, Kunstharz- und/oder Signalfarben. Auf Leinwand. "Je nachdem, wie es mich gerade anspringt, wie ich grad ‚drauf‘ bin", sagt er. Bei schönem Wetter ist er immer gut drauf. Weil er dann im Freien malen kann. "In der Wohnung habe ich dazu keinen Platz."
Dann fängt er einfach an und malt das, was ihm durch den Kopf geht. "Dem ersten Strich folgt der zweite, danach der dritte. Das meiste ergibt sich während des Malens. Ich lasse da meiner Fantasie freien Lauf."
Malen ist für Stefan Gräbner Entspannung, Ablenkung. Er ist ein Autodidakt. Learning by doing eben. Erklären kann er seine Bilder nicht. "Ich mach‘ auch wieder viel kaputt. Ich bringe Farbe auf und löse sie wieder ab. Daraus ergeben sich ganz neue Farbverläufe. Mit Acrylfarbe kann man auch mal spachteln und ein Bild mit anderen Materialien, etwa kleinem Splitt oder Muscheln, "pimpen" (aufmotzen). Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt." Seine Bilder hängen in Gaststätten, Fitness-Centern und Praxen.

Schon der Opa war Maler

Wie kommt ein Gabelstaplerfahrer zu diesem Hobby? "Das mache ich schon immer", antwortet Gräbner. "Mein Opa war Maler." Leere Blätter seien ihm schon als Kind ein Gräuel gewesen. Daraus habe sich eine Allergie entwickelt: "Ich habe eine Abneigung gegen leere Leinwände. Mitunter sprengt es aber schon fast den Rahmen." Seine Frau Kerstin nickt. "Aber es macht halt einen Riesenspaß", fügt Stefan Gräbner hinzu.
Einblicke in sein Schaffen gibt er bei einer Vernissage am Sonntag von 11 bis 15 Uhr, auf der Terrasse der Naturbühnen-Gaststätte. Die Restauration bietet dazu von 11 bis 14 Uhr ein italienisches Vorspeisenbüffet und selbst gebackenen Kuchen an. Reservierungen werden erbeten unter 09227/312.