"Der Höchstadter besucht seine Felsenkeller bis zum Laster", schreibt Nikolaus Haas im Jahr 1819. Der in Höchstadt geborene Pfarrer, Historiker, Schriftsteller und Wissenschaftler veröffentlichte vor 200 Jahren seine "Geschichte des Slaven-Landes an der Aisch und den Ebrach-Flüßchen". Kreisheimatpfleger Manfred Welker hat in diesem Werk geforscht und überaus Interessantes daraus im neuen "Heimatboten aus dem Reichen Ebrachgrund" wiedergegeben.

Es ist das 33. Jahrbuch des Heimatvereins Reicher Ebrachgrund, das Redakteur Franz Kachler und Heimatvereinsvorsitzender Rudi Schmidt zusammen mit den Autoren im Gemeindesaal vorstellten. "Von der Historie bis in die Jetzt-Zeit" reichen die Beiträge, die Kachler zusammengetragen hat. Auf 204 Seiten enthält der neue Heimatbote 21 Einzelbeiträge von 18 Autoren. Vielfältig und bunt gestaltet, ist das Buch ein idealer Lesestoff, insbesondere für geschichtsinteressierte Leser.

Nicht lange wird es dauern, dann wird auch die "Nachricht" des Höchstadter Hobbyfliegers Klaus Strienz Geschichte sein: Mit Luftbild berichtet Strienz vom Ausbau der Autobahn A 3, der demnächst in einen weiteren Abschnitt gehen soll. "Heimat - der Ort, der seinen Kindern Brot gibt" titelt eine "ökonomisch-heimatkundliche" Serie, in der Christian Enz Wirtschaftsunternehmen der Region in den Fokus nimmt. Im neuen Heimatboten richtet er den Blick auf Puma, Wichmann, Feuerwerk Röder und die Herrnsdorfer Brauerei Barnikel.

Ob Franz Kachler bei seinem Beitrag "Eheanbahnung und Hochzeit im Reichen Ebrachgrund" durch die Vorgänge in der eigenen Nachbarschaft inspiriert wurde? Was aus den hoffnungsvollen Anfängen werden kann, vermittelte er mit einem Tucholsky-Gedicht. Kunsthistorikerin Angela Nusser hatte im Schönborn-Schloss Weißenstein "Aha-Erlebnisse" beim Lesen von Reiseberichten aus dem 18. Jahrhundert, an denen sie ihre Leser teilhaben lässt.

Auf Rainer Zeh, neues Vereinsmitglied aus Sassanfahrt, setzt der Heimatverein große Hoffnung: Er könnte die durch den Tod von Johann Fleischmann entstandene Lücke schließen. Zeh hat Auszüge aus seinem Buch über die einzige jüdische Familie in seinem Heimatort veröffentlicht.

Dass es im Reichen Ebrachgrund einst viele Brauereien gab, jetzt nur noch zwei, hat Harald Kaiser zum Schreiben bewogen. Er berichtet über die Sambacher Brauerei Hennemann. Scheubel in Schlüsselfeld soll im nächsten Heimatheft folgen. Kaiser hat aber auch die beiden Bürgermeister mit der längsten Amtszeit, Hans Beck und Friedrich Gleitsmann, interviewt. Ein wertvolles Zeitdokument ist die Geschichte von Jack Reinhardt, der sich an die Zeit als Flüchtling in Steppach erinnert.

Den Maiausflug zum Drei-Franken-Stein führt Ingrid Geyer noch einmal vor Augen. Wer nicht dabei sein konnte, kann sich anhand des Mundartgedichts von Ehrenmitglied Helmut Schleicher sein eigenes Bild machen. Um Mundart ging es auch in dem Gedicht, das zum Schluss Luise Hack hören ließ. Von Hack stammt auch der Beitrag über ihren Lebenspartner, den mit 99 Jahren verstorbenen Andreas Lechner. Ihm widmet auch Kachler einen Nachruf. Ein Gemeinschaftswerk von Pfarrerin Kathrin Seeliger, Margit Zöschg und dem Vorsitzenden Rudi Schmidt ist die Geschichte des Evangelischen Diakonievereins Mühlhausen-Weingartsgreuth. Weitere Beiträge finden sich zu einem Steinkreuz in Vorra, vorgestellt von Werner Rühl, und zur Geschichte der Post in Mühlhausen, die Hermann Meißner dokumentiert. Evi Seeger