von unserem Mitarbeiter Helmut Will

Ebern — Auf der Suche nach Lösungen und Vorschlägen für Projekte der Stadt Ebern nahm Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) die Teilnehmer der Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Rathaushalle in Ebern mit "ins Boot." Wie sonst oft bei Fortbildungsveranstaltungen üblich, erarbeitete "Seminarleiter" Hennemann mit den Bürgern Vorschläge, die er dann zur besseren Übersicht an eine Pinnwand "nagelte." Vor allem stand hier einmal mehr das innerstädtische Verkehrskonzept der Stadt im Mittelpunkt der Diskussion.
Der Bürgermeister gab einen umfassenden Überblick über das derzeitige Verkehrskonzept. Hierbei ging er auf die innerstädtische "Rechts vor Linksregelung" mit der "Tempo 30-Zone" und den vorhandenen freien und zeitlich reglementierten Parkplätzen ein. "Das war bisher alles in einer Versuchs- oder Probephase und wir haben erkannt, dass es mitunter Probleme, vor allem bei der Vorfahrtregelung gibt", sagte Hennemann.
Problemstellen seien Einmündungen am Hirtenberg, der Häfner- und Braugasse, Straßen, die auf der Durchgangsstraße (Marktplatz) nur schlecht als solche wahrgenommen würden. Der Bauausschuss habe sich darüber Gedanken gemacht und vorgeschlagen, vor den betreffenden Einmündungen auf der Durchgangsstraße probeweise Blockmarkierungen anzubringen, um so eine optische Bremse einzubauen.
Ob das dem innerstädtischen Bild zuträglich ist, bezweifelte sogleich Jochen Zürl. "Rechts vor links in der Innenstadt ist gegen jegliche Natur", wetterte Bernhard Fischenich, der harsche Worte für diese Regelung fand, die in seiner Aussage mündeten: "Eine 30iger Zone ja, aber die Rechts-vor-Links-Regelung sollte schleunigst zurück genommen werden." Andere wiederum, so Gerhard Brückner und Thomas Einwag, sahen die bestehende Regelung als einzig probates Mittel, die Geschwindigkeit in der Innenstadt zu drosseln. Die Frage von Jörg Röder, ob für Ebern weitere Tempo-30-Zonen geplant wären, verneinte der Bürgermeister.
Von Barbara Dressel wurde die unbefriedigende Parksituation entlang der gesamten Gleusdorfer Straße angesprochen und auch, dass aus Richtung Gleusdorf kommend viel zu schnell in den Ortsbereich eingefahren werden. "Am Ortsschild gehört dort ein Dauerblitzer hin", so die Anwohnerin. Überlegt werde nach Aussage des Bürgermeisters gegenwärtig, ob eine kommunale Parküberwachung eingeführt werden könne, um dem unzulässigen Parken besser Einhalt zu gebieten.

Probleme am Hambach

Beklagt werde von Bewohnern des Baugebietes "Sölln" der Lärm, verursacht durch Motorradfahrer, die ihre Runden im Hambach Richtung Untermerzbach drehen und den Bereich um die "Sölln", als Wendeplatz nutzen.
Hier soll zusammen mit der Verkehrsbehörde nach einer Lösung gesucht werden, erläuterte Bürgermeister Hennemann. Er sicherte zu, die vorgebrachten Meinungen, die schriftlich an der Pinnwand fixiert wurden, in weitere Entscheidungen des Stadtrates einfließen zu lassen.
Eine unzureichende öffentliche Verbindung von Ebern nach Haßfurt wurde moniert. "Dorthin fährt derzeit nur der Berufsschulbus", so Hennemann. In einer Nahverkehrsplanung werde untersucht, wie man Orten über 150 Einwohner in eine solche Linie einbinden könne. Darüber könne auch im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit, die derzeit auf den Weg gebracht wird, mit anderen Gemeinden rund um Ebern diskutiert werden, sagte der Bürgermeister.
In diesem Zusammenhang wies Christine Seebach-Künzel auf die Bedarfsbuslinie zwischen Kirchlauter und Ebern hin, die von der TWG jährlich mit zirka 2000 Euro gefördert werde. "So etwas könnte auch auf anderen Strecken angeboten werden", sagte Seebach-Künzel, wobei eine Förderung durch die TWG aus finanziellen Erwägungen nicht möglich sei.
Wegen freier Wohnungen in der Stadt schlug Rudolf Kaspar vor, dass diese alle bei der Stadt Ebern gemeldet werden sollten, damit Wohnungssuchende nur eine Anlaufadresse hätten. "Darüber", so Hennemann, "kann man nachdenken."
Einen früheren Hinweis auf die nahende Adventszeit wünscht sich Thomas Einwag. Sein Vorschlag war, die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt schon am Wochenende vor dem ersten Advent einzuschalten, also nicht erst kurz zu Beginn der Adventszeit. Die "Starter-Party", so Einwag weiter, sei ein "extrem schlechtes Aushängeschild" für die Stadt Ebern. Grölende und betrunkene Menschen wären hier im Bereich des Marktplatzes anzutreffen.

Hohe Belastungen

Bürgermeister Jürgen Hennemann informierte die Besucher der Bürgerversammlung im Schnelldurchlauf über die Arbeit des Stadtrates und über laufende und angedachte Projekte in der Stadt Ebern. 97 Asylbewerber, darunter 38 Kinder, seien aktuell im Bereich der Stadt Ebern und in Ortsteilen untergebracht. Hennemann lobte all die, die sich für diese Menschen engagieren oder sich auch für andere Belange der Stadt Ebern einbringen.
Die finanziellen Belastungen der Stadt seien gewaltig, zum Beispiel auch im Hinblick auf das neue Hallenbad und auf Investitionen für Wasser- und Abwasser, DSL und Schulsanierungen. "Wir können nicht damit rechnen, dass sich das in den kommenden Jahren entspannt, und wir müssen deshalb unser Augenmerk darauf richten, nur das unbedingt Erforderliche zu tun", sagte Hennemann.
Erfreulich sei, dass nun alle Gebäude in der ehemaligen Kaserne verkauft sind. "Dort hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die man so nicht vorher sehen konnte. Es konnten Firmen angesiedelt und Arbeitsplätze geschaffen werden", freute sich der Bürgermeister.