Norbert Röder ist Projekt- und Ausbildungsleiter am Coca-Cola-Standort Knetzgau. Seit rund zehn Jahren bildet er dort Azubis aus - und das sehr erfolgreich: Mehrere Jahre hintereinander hat er die besten Absolventen Mainfrankens oder Bayerns im Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik hervorgebracht. Sein Erfolgsrezept lautet nach einer Mitteilung des Unternehmens: den jungen Menschen früh Verantwortung übertragen, ihre Selbstständigkeit fördern und im Notfall als "Telefonjoker" die Lage retten.

Derzeit hat der staatlich geprüfte Molkereimeister sieben Auszubildende zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik, verteilt auf drei Lehrjahre, unter seinen Fittichen. Ausgebildet wird mit dem klaren Ziel, die Nachwuchskräfte im Unternehmen zu halten und sie weiter zu entwickeln. Dafür gibt es nach der Lehre zunächst einen Jahresvertrag, die besten 50 Prozent eines Abschlussjahrgangs erhalten einen unbefristeten Vertrag, was bei Norbert Röders Schützlingen sehr oft vorkommt.

Elisabeth Alberti und Dominik Gleißner gehörten zu den besten Bayerns in ihrem Ausbildungsberuf: Die beiden Bayernbesten des Jahrgangs 2018 und 2019 haben ihre Ausbildung bei Norbert Röder kaum hinter sich und sind schon auf der Meisterschule. Und auch intern setzt Coca-Cola auf Weiterentwicklung: Am Standort Knetzgau übernehmen die ausgebildeten Fachkräfte bereits verantwortungsvolle Positionen. Dominik Gleißner arbeitet in der Qualitätssicherung; Elisabeth Alberti vertritt zeitweise den Linienführer und sammelt erste Führungserfahrung in der Produktion. Doch welches Geheimnis steckt hinter dem Erfolg von Ausbilder Norbert Röder?

Nach seinem Ausbildungskonzept gefragt, gibt Norbert Röder eine so einfache wie einleuchtende Antwort: "Ich übertrage den jungen Menschen sehr früh Verantwortung, lasse sie damit aber nicht allein." Dafür definiert er Aufgaben und Projekte, zum Beispiel Besucherführungen durch die Produktion oder die Organisation des jährlichen Girls' Day. "Wer Außenstehenden unseren Betrieb oder bestimmte Abläufe selbstständig erklären muss, hat die Thematik von Grund auf verstanden", ist er sicher. Dabei ist er immer an ihrer Seite: "Wenn mal etwas nicht klappt, bin ich im Hintergrund dabei und springe ein."

Dasselbe gilt für Aufgaben aus der Produktionspraxis: Hier müssen die Azubis zum Beispiel Anleitungen für einen Maschinenumbau schreiben. So setzen sie theoretisches Wissen perfekt in die Praxis um.

Austausch und gegenseitige Hilfe unter den Azubis sind bei Norbert Röder ausdrücklich erwünscht: Jedem Neuling stellt er einen Paten aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr zur Seite. In 14-tägigen "Schulsitzungen" beleuchten alle gemeinsam Themen aus der Produktion in Theorie und Praxis. Über den sprichwörtlichen Tellerrand schauen sie bei Exkursionen, zum Beispiel zu einem anderen Coca-Cola-Standort, einem Zulieferer oder anderen Lebensmittelherstellern, etwa einer Käserei.

Auch in der Freizeit unternehmen die Nachwuchskräfte viel zusammen, zum Beispiel gemeinsame Grillfeste. Norbert Röder freut sich darüber: "Das ist ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt. Man lernt leichter, wenn man sich gut versteht."

Der Erfolg gibt Norbert Röder recht: Mittlerweile hat er schon viele Jahrgangsbeste Mainfrankens und Bayerns ausgebildet - auch einige Zweit- und Drittplatzierungen waren dabei.

Wie stolz er darauf ist, merkt man ihm an - und dass ihm die jungen Menschen wirklich am Herzen liegen. Deshalb ist er auch immer für sie da: "Sie können mich jederzeit anrufen, wenn sie mal etwas nicht wissen. So wie den Telefonjoker in ,Wer wird Millionär?'", sagt er. "Das machen sie dann sogar manchmal, wenn wir im selben Raum sind. Dann müssen wir immer alle herzlich lachen." red