Michael Busch

Zwei Tage vor den strengeren Einschränkungen im öffentlichen Leben präsentieren die Stadt Erlangen und der Landkreis Erlangen-Höchstadt das Impfzentrum für rund 240 000 Menschen in dieser Region. Es befindet sich in der Sedanstraße 1 zwischen dem Rathaus und dem Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Es ist das Gebäude des ehemaligen Sportgeschäftes Eisert.

Erlangens Bürgermeister Jörg Volleth (CSU) inspizierte das Gebäude und wies auf die Bedeutung des Impfzentrums hin. "Es hat die Vorgabe gegeben, dass wir zum 15. Dezember die Infrastruktur geschaffen haben, das ist geschehen." Wenn auch der Impfbetrieb wohl erst Ende Dezember ins Laufen kommen wird.

"Für uns war es wichtig, dass es für die Menschen aus Stadt und Landkreis gut erreichbar ist", erklärt der Bürgermeister. Ein anderes Objekt wäre ihm noch lieber gewesen, sei aber letztlich aus unterschiedlichen Gründen nicht realisierbar gewesen. Und so habe man statt des "Himbeerpalastes" das ehemalige Sportgeschäft in Angriff genommen.

Zulassung Ende Dezember?

Die gute Erreichbarkeit ist für alle Menschen, die sich impfen lassen wollen, gesichert, das Zentrum ist gut an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs der Stadtbusse und der Landkreisbusse angebunden (Haltestelle Neuer Markt). Wer mit dem Auto kommt, kann in der Tiefgarage direkt unter dem Impfzentrum parken. Selbstverständlich ist der Zugang barrierefrei.

Noch offen ist die Frage, ab wann man sich impfen lassen kann. "Das steht noch nicht fest, der Impfstoff ist noch nicht zugelassen. Mit der Zulassung kann frühestens Mitte Dezember gerechnet werden. Dann soll es umgehend losgehen können, ab 15. Dezember soll es bereit sein. Allerdings kann die Zulassung auch erst Anfang des nächsten Jahres erfolgen."

Volleth, aber auch der ärztliche Leiter Hans Joachim Drossel warnen davor, dass es zum großen "Run" kommen könnte. "Es werden nur Personen geimpft, die vorher einen Termin vereinbart haben." Aber auch diese Vergabe steht noch nicht ganz fest. Das Staatsministerium schreibt dazu: "Die Terminvergabe erfolgt über die Impfstelle oder online. Die Impfzentren vergeben die Termine an entsprechend priorisierte Personengruppen je nach Verfügbarkeit." Derzeit ist eine Kontaktaufnahme aber noch nicht möglich. Später wird es eine Hotline geben. Die Rufnummer wird dann bekanntgegeben.

Das bayerische Impfkonzept baut auf den bisherigen Vorschlägen der Ständigen Impfkommission auf. Vorgesehen ist auf freiwilliger Basis zunächst eine Impfung für besonders gefährdete (vulnerable) Gruppen wie Menschen hohen Alters und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Weitere Beispiele sind Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Betreute und Bewohner in stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Zu den Gruppen, die mit Priorität geimpft werden sollen, zählen zudem Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko etwa aufgrund ihres Berufs (insbesondere medizinisches und pflegerisches Personal) sowie Berufsgruppen aus sensiblen Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr und Gesundheitswesen.

Drossel weist darauf hin: "Das Corona-Virus ist nicht behandelbar. Die Chance, dieser Krankheit zu entgehen, ist die Impfung, die eine Sicherheit von gut 95 Prozent gibt." Die Impfskepsis besorge ihn, da eine hohe Durchimpfung wichtig sei, um der Pandemie Herr zu werden.

Jörg Volleth sagt: "An sechs Tagen der Woche wird das Zentrum offen sein. In zwei Schichten werden rund 45 Ärzte, medizinische und Verwaltungskräfte zur Verfügung stehen." Unterstützt wird das Projekt von Friedhelm Weidinger, Amtsleiter Brand- und Katastrophenschutz, und dem ASB.

Wie lange der Durchimpfungsprozess dann dauert? Rein rechnerisch etwa 400 Tage bei der Anzahl von 240 000 Bewohnern in Stadt und Landkreis. Denn 600 Impfungen sind täglich geplant, was heißt, dass alle eineinhalb Minuten eine Impfung stattfindet. Bei einer Erweiterung der Öffnungszeiten sowie einer Personalaufstockung wären sogar pro Tag mehr als 1000 Impfungen möglich. Entscheidend wäre aber auch, wieviel Impfstoff zur Verfügung steht - und das sei noch eine Unbekannte.