"Wir wollen die Weichen stellen", sagte Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) bei der Gemeinderatssitzung, als Kämmerin Ivonne Scholz einen soliden Haushalt 2022 präsentierte. Nachdem alle Fraktionen Zustimmung signalisiert hatten, wurde das Zahlenwerk einstimmig angenommen. Rosenbauer gab aber zu bedenken: "Wir können den Euro nur einmal umdrehen."

Schwerpunkte beim Vermögenshaushalt mit 7,4 Millionen Euro werden die Investitionen in das Baugebiet Scherneck III mit 1,4 Millionen Euro, das Gewerbegebiet Nord mit 578 000 Euro und das Baugebiet Weißenbrunner Höhe mit 282 000 Euro sein. In den Neubau des Kindergartens Scherneck sollen 517 000 Euro gesteckt werden und die Straßen werden für 431 000 Euro saniert. Für die Verbesserung der Wasserversorgung sind 491 000 Euro und für die künftige Neugestaltung der Ortsdurchfahrt in Obersiemau weitere 203 000 Euro vorgesehen.

98 Euro Pro-Kopf-Verschuldung

Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus der Rücklagenentnahme mit 3,5 Millionen Euro, dem Übertrag aus dem Verwaltungshaushalt mit 849 000 Euro, aus Grundstücksverkäufen und Zuschüssen. Kreditaufnahmen sind nicht geplant. Ohnehin beträgt die Verschuldung zum Jahresende 2022 nur 408 000 Euro, pro Kopf also nur 98 Euro. Allerdings wies der Bürgermeister darauf hin, dass bei den anstehenden Investitionen der kommenden Jahre mit Darlehensaufnahmen gerechnet werden müsse. Doch er beruhigte gleichzeitig: Nach der diesjährigen Rücklagenentnahme seien immer noch 1,8 Millionen Euro vorhanden.

Und woher bekommt die Gemeinde ihr Geld? Haupteinnahmequellen im Verwaltungshaushalt (8,9 Millionen Euro) sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 2,7 Millionen Euro, die Gewerbesteuer mit 2,1 Millionen Euro und die Schlüsselzuweisungen des Landes mit 434 000 Euro. In den Bereichen Wasserversorgung und Entwässerung werden 770 000 Euro an Gebühren erwartet.

Kreisumlage steigt ordentlich

An Kreisumlage muss die Gemeinde 2,19 Millionen Euro berappen, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 425 000 Euro bedeutet, geschuldet durch die gestiegene Umlagekraft, womit Untersiemau an erster Stelle der Landkreiskommunen steht. An Umlagen (Schule, Abwasserzweckverband, Gewerbesteuer) fallen 880 000 Euro an und an Personalkosten 1,8 Millionen Euro. An der Gebührenschraube wird nicht gedreht und die Hebesätze Grund- und Gewerbesteuer bleiben auch die gleichen.