Arkadius Guzy Im Schuljahr 2014/2015 startete in der Grund- und Mittelschule Thulbatal ein breites Ganztagsangebot. Seitdem ist die Nachfrage laufend zurückgegangen. So gibt es im aktuellen Schuljahr nur je eine offene Ganztagsklasse. Im kommenden Schuljahr wird es möglicherweise nur noch eine offene Ganztagsklasse in der Grundschule und eine verlängerte Mittagsbetreuung für die Mittelschule geben.

Praktisch werden die Schüler keinen Unterschied in der Betreuung merken, wie Schulleiter Frank von Schoen in der Sitzung des Gemeinderats erklärte. Dafür hätte die Änderung finanzielle Folgen für die Gemeinde. Für die verlängerte Mittagsbetreuung gibt es weniger Zuschuss, so dass die Gemeinde ein größeres Defizit decken müsste, wenn sie wie bisher die Elternbeiträge übernimmt.

Geschäftsleiterin Nicole Wehner stellte die Zahlen vor: So musste die Gemeinde im Jahr 2018 für das Ganztagsangebot an der Grund- und Mittelschule Thulbatal ein Defizit von 48 000 Euro decken. Kommt die offene Ganztagsklasse in der Mittelschule nicht zustande, entstünde ein Defizit von rund 80 000 Euro, das aufgrund des Auseinanderfallens von Schuljahr und Haushaltsjahr in diesem Jahr mit 69 000 Euro zu Buche schlagen würde.

Daher bemüht die Gemeinde sich, eine Sondergenehmigung zu bekommen: Sie will für die offene Ganztagsklasse der Mittelschule eine Mischgruppe aus Grund- und Mittelschülern bilden. Die Grundschüler würden diese auffüllen, um die Mindestschülerzahl zu erreichen.

Falls das nicht klappt, müssen die Gemeinderäte in der kommenden Sitzung darüber entscheiden, ob die Gemeinde die Elternbeiträge übernehmen und das höhere Defizit tragen soll. Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) sprach in diesem Zusammenhang von einer großen freiwilligen Leistung, die die Gemeinde für die Eltern bisher erbringe. Ein Defizit gibt es übrigens auch jedes Jahr bei der Mittagsverpflegung. Laut den Zahlen, die Wehner vorstellte, betrug es 2018 rund 21 000 Euro. Etwas mehr als 7000 Essen wurden ausgegeben.

Schulleiter Frank von Schoen gab den Gemeinderäten daneben einen Ausblick auf die künftige Entwicklung der Schülerzahlen. Demnach wird es im kommenden Schuljahr neun Klassen in der Grundschule und fünf in der Mittelschule geben. Nach der Prognose der Einschulungszahlen ist die Grundschule stabil. Auch die Mittelschule habe Bestand, sagte von Schoen, der sie aber als ständigen Wackelkandidaten bezeichnete, weil sie nahe an der Mindestzahl liegt. Für die kommenden fünf Jahre sehe es zumindest gut aus, erklärte der Schulleiter.