Jürgen Baumgärtner (CSU) sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert - und wehrt sich. Ein Bürger hatte sich persönlich an den Kronacher Landtagsabgeordneten gewandt, der wiederum auf seiner öffentlichen Facebook-Seite am vergangenen Freitag Stellung dazu bezogen hat. Das Corpus Delicti: Bauschutt, der widerrechtlich in Eila abgeladen worden sein soll.

Der Bürger, dessen Namen Baumgärtner in seiner Stellungnahme nicht nennt, habe ihm unterstellt, dass in Eila - mit seinem Segen - ein Umweltskandal vertuscht werden soll. In seiner Funktion als Abgeordneter des bayerischen Landtags habe Baumgärtner darüber hinaus die Arbeit der Coburger Kriminalpolizei beeinflusst. So soll eine Baufirma gedeckt werden, die bei dem Politiker zuhause in Steinberg in Schwarzarbeit die Einfahrt gepflastert hat. "Der Vorwurf ist so ungeheuerlich, dass ich finde, dass man das öffentlich machen muss", erklärt Baumgärtner gegenüber dem Fränkischen Tag. Transparenz und Offenheit seien wichtig - nur so könne verhindert werden, dass weiter Gerüchte verbreitet werden.

Kein Einfluss aus München

In seiner Stellungnahme teilt Baumgärtner mit, dass er am Mittwoch vergangener Woche in einem persönlichen Gespräch mit den Vorwürfen konfrontiert wurde. "Die Behörden, vor allem das Landratsamt Kronach, die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft, würden bei der Vertuschung von illegaler Bauschuttentsorgung durch ein Unternehmen aus dem Landkreis Kronach Hilfe leisten", heißt es weiter.

"Die Kriminalpolizei würde aufgrund von politischer Einflussnahme nicht ermitteln." Weiter würde sich das Unternehmen gefälschter Gutachten bedienen, was der Landtagsabgeordnete aufgrund der illegalen Pflasterarbeiten bei sich zuhause vertuschen würde.

"Ich kann ausschließen, dass bei mir der Hof gepflastert wurde und ich die Möglichkeit habe, von München aus die Coburger Polizeiarbeit zu beeinflussen", stellt Jürgen Baumgärtner klar.

Inzwischen habe er die Kriminalpolizei jedoch in Kenntnis gesetzt und kündigt an, rechtlich gegen die Vorwürfe vorzugehen: "Ich bin davon überzeugt, dass er sich stellen muss. Jeder Beteiligte muss die Möglichkeit bekommen, sich umfassend dazu zu äußern - und dann bin ich gespannt, was dabei herauskommt."

Es sei wichtig und im Interesse der Bürger, dass der Vorgang am Ende lückenlos aufgeklärt wird. saha