Auch in der anstehenden Saison ist "Schluss mit lustig": Nachdem die Faschingsgesellschaft (FG) Stadtsteinach ihre Veranstaltungen für die Saison 2021/22 bereits gestrichen hat, hat nun auch die Stadt das Faschingstreiben 2022 abgesagt. "Wenn uns die FG als Partner fehlt, und weil wir nicht vorausahnen können, wie sich die Corona-Bedingungen bis Ende Februar entwickeln, wollen wir kein Risiko eingehen. Immerhin würden wir 5000 bis 7000 Narren dicht gedrängt auf dem Marktplatz erwarten", begründete Bürgermeister Roland Wolfrum bei der Sitzung am Dienstagabend die Absage - und traf damit die einhellige Meinung des Stadtrats.

Als Ersatz schlug Wolfrum vor, im Sommer wieder ein Stadtfest zu veranstalten. Das sei an sich im Zweijahresrhythmus geplant, so dass dann das überübernächste 2026 stattfinden würde, "das wir dann ganz groß feiern wollen, wenn das Doppeljubiläum 750 Jahre Stadtsteinach und 700 Jahre Stadterhebung ansteht."

FG-Präsident und Stadtrat Andi Sesselmann (FW) erklärte, warum es keine, in normalen Jahren immer proppenvolle Veranstaltungen geben werde: "Wir haben jetzt schon vor Winterbeginn Inzidenzwerte von über 60. Unter solchen Voraussetzungen kann man einfach keine Veranstaltungen allein mit 180 Aktiven auf der Bühne anbieten." Außerdem brauchten Auftritte zum Beispiel der Garden gehörig lange Vorbereitungen. "Das ist nicht einfach Hinstellen und Herumhopsen." Die Gruppen durften eine Zeitlang gar nicht, jetzt nur unter strengen Bedingungen trainieren. Das reiche nicht für Auftritte. Auch könne man nicht die Nummern von vor zwei Jahren einfach wiederholen: "Die Mädchen sind schon lange aus ihren Kostümen herausgewachsen." Der Aufwand sei schlichtweg zu groß, um dann am Ende nicht doch absagen zu müssen.

Der Absage des Faschingstreibens stimmte Jonas Gleich (CSU) mit der Begründung zu: "Abstandsgebote können wir nie im Leben bewerkstelligen."

Marcel Ott (FW) stellte fest, dass sich dann die alljährliche Diskussion über die beträchtlichen Kosten für die Stadt einmal erübrige. Zum geplanten Stadtfest regte er an, dieses mit der Brauerei Schübel terminlich abzustimmen, die im nächsten Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiere. Vielleicht könne man beides an einem langen Wochenende zusammen machen. Manuel Steinl (CSU) mahnte, rechtzeitig, "also heuer noch", einen Ausschuss für die Vorbereitung des Stadtfests zu bilden, "nicht so kurzfristig wie's letzte Mal".

Ein weiterer Ausschuss wird am Freitag, 19. November, ab 17 Uhr in der Steinachtalhalle ins Leben gerufen. Zur Mitarbeit in diesem "Stadtentwicklungsforum" sind auch alle Bürger Stadtsteinachs aufgerufen. Dazu wird Bürgermeister Wolfrum auch noch einmal bei der Bürgerversammlung am Donnerstag, 26. Oktober (19 Uhr, Steinachtalhalle), einladen. Das Forum soll sich mit den Anpassungen und Veränderungen beschäftigen, die sich nach der Eröffnung der Umgehungsstraße ergeben werden. Es wird grundsätzlich öffentlich tagen.

Die Umgehungsstraße soll laut aktueller Mitteilung der Straßenbaubehörde bereits am 12. November befahrbar sein und wahrscheinlich am Montag, 15. November, offiziell eröffnet werden. Der Kreisel am Rewe-Markt ist bereits befahrbar.

"Handlungsbedarf für Fußgänger"

Zur weiteren Stadtentwicklung im Bereich Verkehr hatte Wolfgang Hoderlein (SPD) den Antrag der SPD-Fraktion vorgelegt, dass über die künftige Verkehrsführung in der Stadt möglichst zeitnah entschieden werden soll. Es gehe zum einen um die Vorfahrtsregelung und zum anderen um die generelle Festlegung der Höchstgeschwindigkeiten. Außerdem betonte Hoderlein insbesondere den kurzfristigen Handlungsbedarf für Fußgänger ab dem Heimatmuseum stadtauswärts bis zur Brücke nach der Abzweigung der Spitalgasse/Baumgartner Weg ("Tarantellabrücke"). Meinungen in der Bevölkerung, ob da überhaupt etwas gemacht werden müsse, wenn es "nach der Umgehung in der Stadt keinen Verkehr mehr gibt", wies Hoderlein zurück: Zum einen werde es nach wie vor Straßenverkehr geben, und zum anderen seien Fußgänger selbst dann gefährdet, wenn an den prekären Stellen nur maximal 30 Stundenkilometer gefahren werden dürften. Außerdem regte Hoderlein an, sich gleichzeitig um das Radwegenetz in und durch die Stadt zu kümmern.

Jonas Gleich meinte dazu, dass man in das neue Verkehrskonzept "nicht mit einzelnen Maßnahmen hineinstolpern", sondern dieses auch dem Stadtentwicklungsforum übertragen solle. Überhaupt sei man damit ohnehin recht spät dran, meinte Manuel Steinl (CSU) und erinnerte an einen Stadtratsauftrag vom 18. Januar, nach dem sich die Tourismusabteilung im Rathaus des Themas annehmen sollte. "Da ist aber offenbar nichts passiert."

Eine Umfrage bei Urlaubern sei sehr wohl gemacht worden, entgegnete Bürgermeister Wolfrum. Ein komplexer Auftrag sei aber möglicherweise nicht an die Abteilung weitergegeben worden.

Das Thema "Verkehr und Radwege" wird das künftige Forum beschäftigen, beschloss der Stadtrat einstimmig.