Keine Zustimmung gab es im Gemeinderat für die "Südliche Querungshilfe B 279". Der von Horst Hofmann vom Bamberger Planungsbüro Weyrauther mit dem Staatlichen Straßenbauamt Bamberg abgesprochene und jetzt vorgestellte Entwurf unterschied sich gravierend von demjenigen, den das Gremium dem Planungsbüro bereits vorgetragen hatte. Zudem hatte es sich mittlerweile herausgestellt, dass bei der favorisierten Stelle in der Nähe der Lourdeskapelle die nötige Fläche zum Grunderwerb fehlt, selbst wenn man von den geringsten Maßen eines Inselkopfs mit einer Breite von vier Metern ausgeht.

Außerhalb der südöstlichen Bebauung stellt die an der Hauptstraße stark abfallende Böschung ein großes Problem dar. Bei der Fläche, welche dazu benötigt werden würde, handelt es sich um ein Fauna-Flora-Habitat- Gebiet, das dem Naturschutzrecht unterliegt. Es müssten somit Ausgleichsflächen geschaffen werden. Dabei hätten alle Eigentümer dem Grunderwerb seitens der Gemeinde zugestimmt.

Neue Planung gefordert

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass der direkte Anschluss vom Fahrradweg aus Richtung Reckenneusig gewährleistet sein müsse. Nach Meinung von Hubert Rottmann (WBFW) solle die Sicherheit der Radler vorgehen. Ludwig Blum (CSU) fragte bei Bauingenieur Hofmann nach, ob die Böschung nicht durch einen Gabionenzaun oder eine Mauer abgefangen werden könne. Schließlich erkundigte sich Markus Sippel (WBFW), ob denn jetzt der Zeitplan um vieles weiter verschoben werde; das Staatliche Straßenbauamt wollte nämlich bereits im Frühjahr 2020 mit dem Bau der Querungshilfe beginnen.

Um keine weitere Verzögerung zuzulassen, so war die einhellige Meinung, sollte das Planungsbüro den Standort nach den Wünschen des Gemeinderats mit dem Staatlichen Straßenbauamt erneut abstimmen und das überarbeitete Planmaterial bis zur nächsten Sitzung vorlegen.

Der Antrag von Frank Plotzki, vor dem Anwesen Hauptstraße 43 (vormals "Kupferkanne") eine beleuchtete Plakatanschlagtafel zu errichten, wurde mit 14:1 Stimmen abgelehnt. Denn nach der Gestaltungssatzung für den historischen Ortskern seien nur Werbeanlagen in zurückhaltender Form zulässig. Die Gemeinderäte Ludwig Blum (CSU) und Markus Sippel (WBFW) wiesen darauf hin, dass man ja auch die Werbung an den Laternenmasten abgelehnt habe. Nur Bernhard Müller (SPD) hielt dagegen: "Irgendwo muss die Werbung hin!"

Angst vor zuviel Verkehr

Zum geplanten Bau einer Hochregalanlage für die Firma Uniwell Rohrsysteme in Eyrichshof äußerte Bürgermeister Manfred Deinlein die Sorge, dass mit der Inbetriebnahme mit einem zusätzlichen Verkehr von 75 Lastkraftwagen am Tag auf der B 279 zu rechnen sei. Eventuell könne man die "Baunach-Allianz" dafür nutzen, um das erhöhte Verkehrsaufkommen zu regulieren, denn schon das Wachsen der Spedition Ebner habe die Belastung für Reckendorf stark erhöht.

Am Ende berichtete Dritter Bürgermeister Hubert Rottmann (WBFW) in seiner Funktion als Seniorenbeauftragter von dem Förderprojekt "Marktplatz der Generationen". Dieses wendet sich an Gemeinden mit bis zu 3000 Einwohnern und soll die medizinische, pflegerische, wohnliche und soziale Infrastruktur im Ort entwickeln. Zunächst war man skeptisch, weil die Projekte "Isek" und die "Baunach-Allianz" ähnliche Ziele verfolgen. In diesem Fall werden nun 30 Kommunen im ländlichen Raum ausgewählt, denen eine fachliche Beratung für zweieinhalb Jahre zugesichert wird - bezahlen müssen sie diese allerdings selbst. Reckendorf will sich gleichwohl für den "Marktplatz der Generationen" bewerben, Projektstart ist der 1. Februar 2020.

Gemeinderäte im Publikum

Ein ungewohntes Bild hatte es eingangs der Sitzung gegeben, als es um die Teilaufhebung von fünf sich teils widersprechenden Versionen dreier Bebauungspläne ging für Reckendorf-Ost ging. Weil alle Beteiligten bzw. diejenigen Mitglieder des Gemeinderats, die nähere Verwandtschaftsbeziehungen zu Beteiligten aufwiesen, von der Abstimmung ausgeschlossen waren, musste Bürgermeister Deinlein den Sitzungsvorsitz an den ältesten Gemeinderat Bernhard Müller (SPD) übergeben und mit sechs weiteren Ratsmitgliedern, darunter auch der Zweite und Dritte Bürgermeister, Erwin Wahl (CSU) und Hubert Rottmann (WBFW), im Publikum Platz nehmen. Die weitere Abstimmung oblag nun den verbliebenen acht Gemeinderäten. Als Berater für das Entscheidungsgremium fungierte Christian Günthner von der VG Baunach.

Nachdem Bedenken wie der Hinweis des Landratsamtes auf die Gefahr eines erhöhten Immissionsschutzes bei Nachverdichtung oder Ansiedlung von Handwerks- und Gewerbebetrieben als unbegründet zurückgewiesen waren, wurde der Entwurf des VG-Bauamtes zur Teilaufhebung der fünf Pläne genehmigt, damit u.a. die öffentliche Auslegung durchgeführt werden kann.