Trümpfe bringen Zuversicht

3 Min
Das vielfältige Programm der Kulturinitiative Bad Staffelstein trägt sicher zu den positiven Zahlen bei.
Das vielfältige Programm der Kulturinitiative Bad Staffelstein trägt sicher zu den positiven Zahlen bei.
Einzelhandel gibt es in der Bad Staffelsteiner Innenstadt, aber eben auch manchen Leerstände.
Einzelhandel gibt es in der Bad Staffelsteiner Innenstadt, aber eben auch manchen Leerstände.
 

Optimistische Stimmung herrschte bei der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses, nicht zuletzt auch wegen der guten Zahlen bei den Übernachtungen.

Adam Riese hätte seine helle Freude am Auftakt der Sitzung gehabt, denn diese begann wie üblich mit Statistik-Zahlen von Anne Maria Schneider vom Kur- und Tourismus Service, und zwar - was letztlich zählt - mit positiven. Die Hände in den Schoß legen die Stadtvertreter um Rathauschef Jürgen Kohmann freilich weiterhin nicht und gehen bei derzeit guter Momentaufnahme ihren Weg mit mancherlei Idee oder daraus entwickelten Konzepten mutig weiter.


Gute Zahlen

Mit 61 674 Übernachtungen sowie 20 840 Gästen konnte Schneider für die ersten drei Monate im Jahr 2018 gute Zahlen vermelden, denn dies bedeutet verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 4,3 beziehungsweise 6,4 Prozent. Zu der Steigerung maßgeblich beigetragen hat dabei, wie die Gremiumsmitglieder erfuhren, vor allem ein starker Januar, der gegenüber dem Januar 2017 6,2 Prozent mehr Übernachtungen sowie 12,2 (!) Prozent mehr Gästen aufwies. Die Aufenthaltsdauer blieb im ersten Quartal 2018 gegenüber Januar bis März des Vorjahres mit 3,0 Tagen nahezu konstant.
Welchen eminenten Wirtschaftsfaktor der Tourismus darstellt, verdeutlichte Schneider im weiteren Verlauf an einer, von ganz Franken heruntergebrochenen und geschätzten, aber dennoch sehr beeindruckenden Zahl: die touristischen Umsätze in der Kurstadt betrugen in 2017 demnach rund 124,8 Millionen Euro.
Klar kann Bad Staffelstein mit vielen Trümpfen punkten, aber Touristen und potentzielle Urlauber müssen auf diese erst einmal aufmerksam werden. Deshalb stand auch wieder das Thema "Webcams" auf der Sitzungsagenda. Es besteht bereits eine Panoramakamera im Kurpark, weitere Standorte wurden diskutiert und von Schneider ins Spiel gebracht, wie Schwenkkameras auf dem Stadtturm oder - abhängig von der Datenleitung - auf dem Staffelberg. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich das Gremium in der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung mit Angeboten zweier Unternehmen befasste, die entsprechende Kameras haben. Eine Berücksichtigung im Haushaltsbudget 2019 wäre denkbar.


Kultevents

Die Reihe größerer Events in der Kurstadt, auf die Schneider in der Sitzung vorausblickte, haben aus Sicht der Fans teilweise schon Kultcharakter. Die Resonanz auf den Kartenvorverkauf für "Lieder auf Banz" am 6./7. Juli spricht Bände. Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) zeigte sich erfreut darüber, dass die Tickets für den zweiten Tag, den Sonntag, bereits gänzlich ausverkauft seien. Auch für Tag eins wurden bereits 3900 Karten verkauft, es gibt nur noch Restbestände für die Wiese. Auch das 38. Altstadtfest Ende Juli sowie das zehnte Brauereifest an Christi Himmelfahrt - auf beides ging Schneider ebenso ein - dürften sich etliche schon vorgemerkt haben.
Weil Rückschritt Stillstand bedeutet, sind die Verantwortlichen in der Badstadt stets bestrebt, auch die eine oder andere Neuerungen in den Veranstaltungsreigen einzubauen. So blieb auch eine auf den 2. September datierte Premiere nicht unerwähnt, nämlich das an diesem Tag im Kurpark stattfindende erste Bad Staffelsteiner Genussfest mit Musik, Vorträgen, Ausstellungen und vielem mehr. 13 heimische Genussanbieter werden teilnehmen. "Wir gehen davon aus, dass es ein Erfolg wird und wir kommendes Jahr dann vielleicht noch mehr Anbieter ins Boot holen können", gibt sich Schneider selbstbewusst.
Apropos Stärken: Die Intention, das wohl größte und wichtigste Alleinstellungsmerkmal Bad Staffelsteins noch stärker in den Vordergrund zu rücken, war ebenso ein wichtiger Aspekt in der Sitzung und fand dem Grundsatz nach breite Unterstützung. Bärbel Köcheler etwa meinte dazu: "Es wäre wichtig, dass wir die Touristen in Therme und Kurpark mit Adam Riese in die Innenstadt locken. Den Rechenmeister kennt schließlich jedes Kind in Deutschland."


Quartiersmanager

Um das Stadtzentrum noch attraktiver zu gestalten und Konzepte und Möglichkeiten zu entwickeln - dazu engagiert die Stadt seit diesem Monat einen Quartiersmanager. Michael Böhm, so sein Name, wohnte nun erstmals einer Sitzung des Tourismusausschusses bei. Er plädierte in seinen Ausführungen vor dem Gremium unter anderem für eine klarere Linie als bisher, was die Beschilderung des Weges Richtung Innenstadt im Bereich Therme/ Kurgebiet anbelangt.
Frische Ideen mit Themen wie Wasser, Licht oder natürlich Adam Riese sollen auch eingebracht werden bei der Planung der Bauabschnitte vier und fünf in der Bahnhofstraße, meinte an dieser Stelle Bürgermeister Kohmann, dem insgesamt nicht bange vor der Zukunft ist: "Wir sind auf einem guten Weg".
Ein weiterer Schwerpunkt, mit dem Michael Böhm in seiner Funktion als Quartiermanager beauftragt ist, befasst sich mit der Problematik "Leerstände". Wichtig sei hier die aktive Ansprache der Immobilienbesitzer und die Auseinandersetzung mit den möglichen Förderprogrammen und natürlich mit den verschiedenen Ursachen für Leerstände, so Böhm.
Martin Lüders, er vertrat als Geschäftsführer die Freizeit GmbH, sprach die in Betrieb genommenen Indoor-Spielplätze des Aqua-Rieses an. Das Freizeitgelände werde langfristig überplant. Im Rahmen eines Fünf- oder auch Zehnjahresplanes solle überlegt werden, wie es mit Badesee und Aqua Riese weitergehe. "Der Mai war ein kleiner August", erinnerte er sich und freute sich schon auf das diesjährige Drachenbootrennen auf dem Badesee. Neben weiteren Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schätzen Einheimische wie Touristen auch das Programm der Kur- und Urlauberseelsorge. Pfarrer Helmuth Bautz brachte seine Freude über die hervorragende Resonanz der Mondscheinspaziergänge zum Ausdruck. Es kämen sogar Tagesgäste aus dem thüringischen Zella-Mehlis.