von unserer Mitarbeiterin 
Mona Lisa Eigenfeld

Höchstadt — "Nein, Klimaanlagen bieten wir leider nicht an", musste nicht nur Rolf Mattis gestern unzählige Male versichern. Er war einer von mehr als 35 Trödlern, die sich am zweiten Höchstadter Garagenflohmarkt südlich der Aisch beteiligten. Nach dem großen Erfolg der Premiere im vergangenen Herbst entschied sich der Agenda-Arbeitskreis Kultur (Akku) zu einer erneuten Auflage an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden.
Auch dieses Mal konnten die Adressen der privaten Teilnehmer, die gegen eine Anmeldegebühr von fünf Euro mitmachen durften, bereits vorab einem Plan im Internet entnommen werden. Mit Luftballons und bunten Plakaten machten die meisten Verkaufsstände zusätzlich auf sich aufmerksam.
Rolf Mattis bot in seiner Einfahrt erstmals Taschen, Modeschmuck und Klamotten an. "Das sind alles Hinterlassenschaften unserer Tochter, die vor einiger Zeit ausgezogen ist", berichtete Mattis. Bis zum Mittag waren bereits 25 Interessenten bei Familie Mattis eingetrudelt. "Man kann bei uns vieles wirklich günstig erwerben", ist sich Rolf Mattis sicher. Letztlich ginge es einfach darum, altgediente Dinge loszuwerden und so Platz für Neues in den eigenen vier Wänden zu schaffen.
Ähnlich sieht das Christine Gonzalez. Sie wollte am Sonntagvormittag unter anderem alte Möbel an den Mann oder die Frau bringen. In ihrer kühlen Garage tummelten sich am Mittag hauptsächlich Bekannte und Freunde der jungen Mutter. Gonzalez selbst kämpfte mit einem Fächer gegen die Hitze an. Offiziell endete der Garagentrödel um 17 Uhr. "Ich glaube aber, ich werde heute früher Schluss machen", prophezeite die Frau bereits nach den ersten Verkaufsstunden. Was sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht loswerde, wolle sie spenden oder anderweitig weitergeben.

Vorzeitig abgebrochen

Auch Karin Heinlein und ihr 14-jähriger Sohn Lawrance haderten schon am Vormittag mit ihrer Entscheidung, an dem Trödelmarkt teilgenommen zu haben. "Es ist einfach viel zu heiß", beklagte die Mutter. In erster Linie boten die beiden Kinderklamotten, Spielsachen, Kuscheltiere, Bilderrahmen und sonstigen "Deko-Kleinkram" an. In den ersten Stunden habe sie drei Teile für je zwei Euro verkauft, erzählte die Höchstadterin. Aber auch ihr grünes Sofa inklusive Sessel wartete in der Einfahrt geduldig auf einen neuen Besitzer. "Ich habe die Couch schon für einen Euro im Internet verkauft. Abgeholt wurde sie aber nie", erzählt Karin Heinlein resigniert. Die ursprüngliche Idee, beim Garagentrödel zusätzlich kühle Getränke anzubieten, habe man aber schnell verworfen: "Die meisten kommen sowieso mit dem Auto und wollen direkt weiter." Weil auch nackte Füße in einer kühlen Wanne am Ende nicht mehr halfen, entschieden sich Mutter und Sohn schon am frühen Nachmittag dazu, ihre Zelte abzubrechen und stattdessen gemütlich einen Kaffee trinken zu gehen.
Abgesehen von den extremen Wetterbedingungen hielt auch Rolf Mattis den Zeitpunkt für den Flohmarkt für nicht ganz günstig gewählt. "Heute findet in der näheren Umgebung ein Markt und der Tag der Franken statt. Und natürlich ist auch noch Kirchweih in Höchstadt. Das ist zu viel", findet er. Am kommenden Sonntag haben er und alle anderen Interessierten aber zunächst die Gelegenheit, in zahlreichen Haushalten im Norden Höchstadts zu stöbern und dort vielleicht sogar den ein oder anderen Schatz zu ersteigern. 50 Anwohner haben auch hier bereits ihre Teilnahme zugesagt. Mit Blick auf ihre Verkaufsaussichten dürften diese nun auf zumindest etwas kühlere Temperaturen hoffen.